Zum Zivildienst nach Manhatten, Oberösterreichische Nachrichten

13.02.2020

Projekt Beschreibung

David Mader (18) leistet seine Wehrpflicht als Gedenkdiener in New York ab.

Beim Besuch des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz ist mir klar geworden, dass ich statt Bundesheer oder Zivildienst einen Gedenkdienst absolvieren möchte“, sagt der 18-jährige Linzer David Mader. Seit fünf Monaten leistet der Absolvent des Gymnasiums Auhof über die Organisation Österreichischer Auslandsdienst seine Wehrpflicht beim Amerikanisch-Jüdischen Komitee (AJC) in New Yorks bekanntestem Stadtteil Manhattan nahe dem Central Park.

„Am ersten Tag bin ich am zehnstöckigen Gebäude des AJC ein paar Mal vorbeigelaufen, weil es aus Sicherheitsgründen nicht einmal ein Türschild gibt und auch nicht auf Google Maps eingetragen ist“, sagt der begeisterte Handballer. Zu seinen Aufgaben am AJC zählt es, Veranstaltungen zu organisieren und beispielsweise das Abstimmungsverhalten von Staaten bei den Vereinten Nationen (UN) in New York zu analysieren. Am 27. Jänner, dem 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, war er im UN-Hauptquartier eingeladen, wo zwei Holocaust-Überlebende ihre Geschichte erzählten. „Ich lerne Menschen kennen, die ich sonst nie treffen würde, und bin stolz, dass ich für meine Verantwortung als Österreicher eintreten kann“, sagt der Gedenkdiener.

Wie bei einem Traineeprogramm wechselt er einmal im Monat die Abteilung. „Dadurch schnuppere ich in viele verschiedene Institutionen hinein, wie dem Afrikanischen Institut oder dem Muslimisch-Jüdischen-Beratungsgremium.“ Eine Stunde ist Mader täglich von seiner WG in Brooklyn, die er sich mit zwei Gedenkdienern aus Wien teilt, zu seinem Büro in Manhattan unterwegs. Die staatliche Gedenkdienst-Förderung geht dabei für die hohen Wohnkosten drauf. Deshalb lebt er von seinen Ersparnissen und von der Unterstützung durch seine Eltern und Großeltern. „Ich führe kein luxuriöses Leben, aber ich komme gut über die Runden.“

Einen Tag nach dem US-amerikanischen Nationalfeiertag am 4. Juli fliegt Mader zurück nach Österreich. Dann plant er Wirtschaft in Wien oder Graz zu studieren.

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Projekt Details

  • Datum 13. Februar 2020
  • Tags Pressearchiv 2020

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