Zivildienst in Uganda, Kanada, Israel & Co

21.11.2004

Projekt Beschreibung

AUSLANDSDIENST Junge Tiroler leisten wertvolle Arbeit in der ganzen Welt

Zivildienst in Uganda, Kanada, Israel & Co.

Toilettenbau in Uganda, Friedensdienst in Israel oder Arbeit im Holocaust-Museum: Wer seinen Zivildienst nicht in Österreich leisten will, hat spannende Alternativen. CHRISTINE TSCHENETT Die Arbeit war hart, die Vorbereitung noch härter – aber für Manuel Welsch (26) hat sich der Aufenthalt in Uganda gelohnt. „Das war eine tolle Erfahrung“, schwärmt der Bauingenieur. 14 Monate verbrachte der junge Tiroler in Afrika – als Zivildiener. Er hat die Möglichkeit des „Sozialdienstes“ gewählt und konnte damit zugleich seine „letzte Chance auf einen Auslandsaufenthalt“ nützen und „mein Studien-Wissen sinnvoll einsetzen“. „Wir haben an einem Projekt zur ökologischen Siedlungshygiene (Ecosan) gearbeitet“, erzählt er. Sprich: dem Bau von Trockentoiletten. Weil Kläranlagen viel zu teuer sind, versickert der menschliche Abfall in den Entwicklungsländern einfach im Boden. „Die einzige Möglichkeit ist, dass jeder Einzelne diese Angelegenheit selbst managt und daraus einen Nutzen zieht.“ In diesem Fall war das der Urin, der den Einheimischen als wertvoller Dünger dienen sollte. Möglich wurde der Sozialeinsatz von Manuel durch seine Mitarbeit im Verein für Dienste im Ausland. Wie 20 weitere Trägerorganisationen in ganz Österreich kann der Verein Zivildienstpflichtige ins Ausland entsenden. „Vorher müssen Interessenten aber einige Zeit im Verein mitarbeiten“, schildert der Tiroler Schul-Referent Jakob Steiner (18). Das Engagement entscheidet über die Reihung. Eine Hürde, an der regelmäßig einige Interessenten scheitern. Botschafter Österreichs Jakob selbst will im Februar 2006 nach Montreal, Kanada, gehen, um dort in einem Holocaust-Museum Besucher zu informieren, Workshops zu leiten und Übersetzungstätigkeiten erledigen. Eine spannende Chance, um „mein Interesse in Zeitgeschichte zu vertiefen und Menschen kennenzulernen“, ist der Gymnasiast überzeugt. Aber die Zivildiener im Ausland sind auch „Botschafter“ Österreichs – deshalb wird der Auslandsdienst ja auch von der Republik finanziert. Theoretisch. Praktisch macht es Sinn, wenn die Zivildiener selbst eine Finanzierung auf die Beine stellen. Sich einbringen – das ist überhaupt ein Grundsatz, der sich durch den Auslandsdienst zieht. Von der Vorbereitung bis zur Arbeit in der ganzen Welt. „Das ist kein Urlaub“, betont Welsch. Für ihn war die Anlaufphase und Planungsarbeit in Uganda schwierig – konkrete Erfolgserlebnisse fehlten anfänglich. Trotzdem hätte er nicht mit einem Zivi oder Bundesheerler in der Heimat tauschen wollen. Die Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Sozial-, Gedenk- und Friedensdienst sind vielfältig. 118 Stellen in 59 Orten stehen derzeit zur Verfügung. Die Interessenten müssen sich aber früh genug um den Auslandsdienst bemühen. „Wenn der Einberufungsbefehl vor die Haustür flattert, ist es zu spät“, informiert Jakob deshalb oft in Schulen.

Projekt Details

  • Datum 17. September 2016
  • Tags Pressearchiv 2004

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