Zivildienst auf vier Kontinenten, Der Standard

01.09.2000

Projekt Beschreibung

Der Standard September 2000 MaturaStandard

Zivildienst auf vier Kontinenten

Erinnerung bewahren und Frieden durch sozialen und kulturellen Austausch sichern

In den seit Ende des zweiten Weltkrieges entstandenen europäischen Friedensgesellschaften bietet der Zivildienst die Chance, entweder im Sozialdienst oder friedenssichernd und in bewahrender Erinnerung an den Genozid international tätig zu sein. Seit März arbeitet Michael Blaobil als Zivildiener in New York bei der Gay Men Health Crisis (GHMHC), der ältesten und größten Non-profit-Organisation zur Unterstützung von Menschen mit Aids. Über seine Arbeit meint er: „Obwohl der Dienst nicht immer leicht ist und mir manchmal Antworten fehlen, veränderten sich in den ersten Monaten bei GMHC mein Leben und meine Ansichten umfassend.„ Organisationen wie Gedenkdienst (www.gedenkdienst.at) und der Verein für Dienste im Ausland (www.auslandsdienst.at) bieten jungen Österreichern Möglichkeiten, ihren Wehrersatzdienst zu internationalisieren. Der Gedenkdienst vermittelt jährlich rund 25 Zivildienern an eine Holocaust-Gedenkstätte. Das Angebot umfasst Einrichtungen wie die Jugendbegegnungsstätte in Theresienstadt, das Leo Baeck Institute in New York, die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem oder das Anne Frank Haus in Amsterdam. Das Bundesministerium für Inneres unterstützt den 14-monatigen Auslandsdienst mit einer Subvention in Höhe von 138.000 Schilling (10.028 €). Jeden Mittwoch – Fachschaft Informatik, 1040 Wien, Treitlstr. 3, 18 Uhr – veranstaltet Gedenkdienst einen Informationsabend in der Technischen Universität. Die Bewerbungsfrist endet am 20. Oktober jeden Jahres und der Dienstantritt beginnt einheitlich am 15. Juli. Frauen und Nicht-Zivildienstpflichtige können im Rahmen eines EU-Programmes einen zwölfmonatigen Gedenkdienst am Anne frank Haus in Amsterdam oder an den gleichnamigen Zentren und Begegnungsstätten in Berlin und Frankfurt leisten. Der Verein für Dienste im Ausland entsendet Auslandsdiener an 32 Stellen auf vier Kontinenten. Als Voraussetzung gilt unter anderem interne Mitarbeit im Verein und die Teilnahme an vier Seminaren. In rund einem Dreivierteljahr lässt sich das geforderte Programm absolvieren. In naher Zukunft kann der verein für Dienste im Ausland auch fünf Stellen für Zivildiener in der chinesischen Stadt Qiqihar zur Verfügung stellen. Sie werden der dortigen Hermann Gmeiner Schule zugeteilt, unterstützen Lehrer im englischsprachigen Unterricht und sollen Workshops für den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen China und Österreich organisieren.

Projekt Details

  • Datum 2. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2000

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