Zivil-Ersatzdienst in Indien: „Würde es wieder machen“

02.09.2014

Projekt Beschreibung

Zivil-Ersatzdienst in Indien: „Würde es wieder machen“

SANKT WILLIBALD/ANDORF/AUROVILLE. Jakob Feldbauer löste nach einem Jahr seinen Freund Andreas Mittermayr in Auroville ab.

Zivil-Ersatzdienst in Indien:

Ziemlich gute Freunde: Andreas Mittermayr und Jakob Feldbauer Bild: privat

Im südindischen Auroville läuft seit den 60er Jahren ein interessantes Stadtexperiment. Es leben dort Menschen aus 45 verschiedenen Nationen friedlich zusammen. Jakob Feldbauer aus St. Willibald und sein Freund Andreas Mittermayr aus Andorf gehören auch dazu. Die beiden Schärdinger Maturanten leisten weit weg von zuhause ihren Zivil-Ersatzdienst ab.

Andreas Mittermayr hat seinen einjährigen Sozialeinsatz kürzlich beendet. Er unterrichtete Kinder und Erwachsene der tamilischen Bevölkerungsgruppe in Englisch, zeitweise half er auch im Kindergarten aus. Am 1. August wurde Mittermayr von seinem Freund Jakob Feldbauer abgelöst, der als HTL-Absolvent im elektrotechnischen Bereich den Indern Schützenhilfe leistet.

Freund das Leben gerettet

„Das vergangene Jahr war eine unbezahlbare Bereicherung für mich. Ich würde diese Entscheidung immer wieder treffen“, sagt Mittermayr, der in der Ferne viele neue Freunde gefunden hat. Einmal wurde er sogar zum Lebensretter, als ein Inder aus Versehen in Kontakt mit einer Hochspannungsleitung kam. Mittermayr stieß ihn kurzerhand aus dem Gefahrenbereich weg.

Jakob Feldbauer hat sich schon gut eingelebt. „Ich liebe es, Neues zu entdecken und andere Kulturen kennenzulernen“, so der Innviertler, der jedoch kritisch anmerkt: „Womit ich mich wohl nie anfreunden kann, ist der traditionelle Stellenwert der Frau in Indien und die Müllkultur der Menschen. Letzteres ist aber irgendwie verständlich, weil sie nie sensibilisiert worden sind.“

Der angehende Ingenieur mag die Inder ebenfalls sehr. „Sie sind in jeder Art und Weise herzlich. Ich als großer, blonder Europäer falle dort natürlich auf, ich strahle wie ein Scheinwerfer.“

Feldbauers Arbeitswoche dauert 37,5 Stunden, die Bezahlung ist gleich null. „Ich mache meine Arbeit trotzdem irrsinnig gerne. Sie ist interessant, und es ist schön zu sehen, dass man mit seinem Engagement Menschen Freude bereiten kann.“

Andreas Mittermayr und Jakob Feldbauer entschieden sich ganz bewusst für einen Einsatz in Auroville. „Die Idee von menschlicher Einheit und friedlichem Zusammenleben mit Menschen aus allen möglichen Ethnien hat uns angezogen. Schon im Laufe der Vorbereitungen auf unseren Einsatz wuchs unser Interesse und die Faszination für dieses Land von Tag zu Tag.“ (ho)

Projekt Details

  • Datum 20. Oktober 2016
  • Tags Pressearchiv 2014

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