Wunderstudent schrieb Geschichte, Kurier

22.08.2009

Projekt Beschreibung

Constantin Holzer erstaunt: Der Badner spricht acht Sprachen und hat als erster Europäer an der Uni Peking graduiert. Wunderstudent schrieb Geschichte
Glücklich machen ihn die einfachen Dinge: Freunde. Familie. Die Natur. Wichtig ist ihm Bescheidenheit – auch, wenn er keinen Grund dazu hat: Constantin Holzer ist nicht nur der erste Österreicher, sondern auch der erste Europäer, der an der Universität von Peking, Chinas elitärster Hochschule, ein Masterstudium in Chinesisch absolviert hat. Insgesamt hat er vier Jahre in China verbracht. Auch Holzers Vita ist der Traum eines jeden Personalchefs (siehe Artikel im Hintergrund): Der 25-Jährige spricht nicht nur acht Sprachen, er hat neben Peking auch in Wien und Moskau studiert. Berufserfahrung sammelte Holzer beim Österreichischen Olympischen Committee, der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und als Dolmetscher. Und: unter „Auszeichnungen“ reihen sich 17 Positionen. Spröder Streber? Nein. Constantin Holzer wirkt richtig sympathisch. Derzeit studiert er an der Diplomatischen Akademie in Wien. Dem KURIER erzählte er, warum es ihn nach China verschlug, und wie er zwischen Europa, China und Russland Brücken bauen möchte. KURIER: Herr Holzer, warum haben Sie ausgerechnet in China studiert? Constantin Holzer: Eines Tages, es muss zehn Jahre her sein, sagte mein Vater zu meinem Bruder und zu mir: „China wird die neue Weltmacht! Lernt Chinesisch!“ Die Freundin meines Bruders kam aus Taiwan, und ich begann mit dem Unterricht. Dann machten Sie den Zivildienst in China. Ja, als Englischlehrer. Die 14 Monate waren schnell um, und ich blieb dann einfach picken. Haben Sie sich in eine Chinesin verliebt? Nein. China hat mich fasziniert – mit Modernität, Innovation. Das ist ein Land, das nach oben strebt. Ich fasste den Entschluss, China zu meinem beruflichen Schwerpunkt zu machen. Ich inskribierte Sinologie an der Uni Wien, und schaffte den Bachelor innerhalb eines Jahres. Dann bewarb ich mich für den Master Internationale Politische Ökonomie in Peking. Hatten Sie keine Angst, mit Propaganda zugeschüttet zu werden? Gerade das war der Reiz: zu sehen, wie in China unterrichtet wird. Ich gehe davon aus, dass wir auch im Westen kein objektives Bild haben. Ich kenne nun beide Sichtweisen, und möchte als Mittler Brücken bauen. Ich sehe es als meine Mission, Europa, China und Russland einander näherzubringen. Ich möchte mich als Spezialist für politische Ökonomie und gesellschaftliche Zusammenhänge positionieren. Wie chinesisch sind Sie nach vier Jahren in China? Immer, wenn man sich auf eine Sprache und Kultur einlässt, gewinnt man eine Identität dazu. Zurück in Wien, koche ich viel chinesisch, weil es schnell geht und gut schmeckt. Der Kulturschock blieb also aus? Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Wer nach China geht, muss offen für Überraschungen sein und braucht einen Abenteuergeist. Viele Wege nach China Lust, mehr über China zu erfahren als beim Chinesen ums Eck? Für junge Menschen bieten sich vielfältige Möglichkeiten, Land, Leute und Kultur bei einer sinnvollen Tätigkeit kennenzulernen: Ein Freiwilligeneinsatz über den Österreichischer Auslandsdienst als Alternative zum Zivildienst www.auslandsdienst.at. Ein Stipendium für ein Studium an einer chinesischen Universität bekommt man über das Programm Joint-Study (Infos auf www.oead.at). Auch die chinesische Regierung stellt Stipendien für Studierende aller Fächer zur Verfügung (Infos auf www.oead.at). Es ist auch möglich, sich direkt an den Unis zu bewerben. Auch als Deutsch- oder Englischlehrer ist man in China gefragt. Arbeitsmöglichkeiten bieten sich in den größeren Städten, aber auch in der Provinz. Mag es chinesisch: Constantin Holzer Aufsteiger Constantin Holzer, 25, ist der erste Europäer, der an der Uni Peking ein ganzes Masterstudium auf Chinesisch abgeschlossen hat. Sein Fach: Internationale Politische Ökonomie. Das erste Mal ging Holzer 2004 als Sozialdiener des Österreichischen Auslandsdienstes nach China und arbeitete als Englisch-Assistent in Qiqihaer. In Österreich absolvierte er die HLA Baden und die Uni Wien. Derzeit besucht Holzer die Diplomatische Akademie Wien und engagiert sich im Thinktank „Austrian Culture Programs“ (www.austriancultureprogram.com), der Fragen zur klassischen Musik und dem Musikstandort Salzburg erforscht. Holzer spricht Deutsch, Chinesisch, Russisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch & Koreanisch.

Projekt Details

  • Datum 14. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2009

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