Wirtschaftsblatt – 9. August 2002 / Idee für Sponsoring neu

09.08.2002

Projekt Beschreibung

Österreichische Auslandsdiener sind auf allen Kontinenten im Einsatz Idee für Sponsoring neu Eine Marketing-Offensive will der Wirtschaft Investitionen in Auslandsdiener schmackhaft machen: Erfahrung in der weiten Welt für wenig Geld. „Warum soll sich nicht ein Unternehmen einen Gedenkdiener in New York kaufen“, fragt sich Andreas Maislinger. Und gibt sich die Antwort gleich selbst: „Es spricht eigentlich nichts dagegen.“ Betriebe zahlen für junge Männer, die ihren Dienst am Staat in der Fremde ableisten – eine neue Art des Sponsorings. Als Gegenleistung gibt es Menschen mit Auslandserfahrung. Er wisse von Unternehmern, so Maislinger, „dass sie es gerne sehen, wenn jemand Auslandsdienst gemacht hat“. Und der Innsbrucker Politologe ganz im Stile eines Marketing-Profis: „Wir haben ein hervorragendes Produkt, das in der ganzen Welt ankommt. Dieses Produkt wollen wir jetzt besser vermarkten.“ Von Maislinger stammt die Idee, junge Österreicher zum Zivildienst in die Welt hinaus zu schicken. Seit zehn Jahren forciert er das Projekt, seither hat sich der Schwerpunkt allerdings verlagert. Ging es ursprünglich darum, österreichische Geschichte aufzuarbeiten, stehen jetzt Friedens- und Sozialdienst im Vordergrund. Der von Maislinger geführte Verein für Dienste im Ausland betreut 49 staatlich anerkannte Stellen mit 102 Plätzen. Alles in allem sind derzeit rund 60 Männer im Einsatz. „Wir haben jetzt etwas Weltweites aufgebaut, das weit über den Gedenkdienst hinausgeht“, zieht Maislinger Bilanz. Laufend kämen neue Anfragen herein, nicht allen könne entsprochen werden. Maislinger: „Es ist klar, dass nicht immer mehr finanziert werden kann.“ Gegenseitiger Nutzen Immer öfter werde nun freilich angeboten, die Gedenkdiener zu bezahlen. Auf dieser Basis werken derzeit in Kanada vier junge Männer. Ab November finanziert das Holocaust Memorial Center in West Bloomfield/USA einen österreichischen Auslandsdiener. Der Nutzen sei evident, so Maislinger: „Da kommen junge Leute, die gut vorbereitet sind, am Computer arbeiten, sich gegenseitig einschulen, sofort einsetzbar und vergleichsweise billig sind.“ 14 Monate Gedenkdiener kosten etwas mehr als 10.000 €. Aber auch Österreich profitiere und tue daher gut daran, Auslandsdiener zu finanzieren, argumentiert Lothar Bodingbauer. Er hat in Montreal Dienst gemacht und ist vom Nutzen für sich und für das Land überzeugt. Leider werde dieses Potenzial noch viel zu wenig erkannt, bedauert der angehende AHS-Lehrer. Eben deswegen will der Verein das Marketing und das Fundraising verstärken. Gerhard Marschall

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2002

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