Wichtiger Gedenkdienst, Rupertusblatt

12.01.1997

Projekt Beschreibung

Wichtiger Gedenkdienst

Bekenntnis Österreichs zur Mitverantwortung am Holocaust

Salzburg(Lö). Rund 90 Interessenten für den Dienst in Holocaust-Gedenkstätten hatten vor Weihnachten an einem dreitägigen Seminar in St. Virgil teilgenommen. Nach strénger Auswahl und einjähriger Vorbereitung können dann aber nur 20 junge Österreicher im In- und Ausland zum Einsatz kommen. Für zivildienstpflichtige Österreicher gibt es seit 1992 die Möglichkeit, an ausländischen Holocaust-Gedenkstätten zu arbeiten. Der 14monatige Gedenkdienst wird vom Innenministerium finanziert und als Zivildienstersatz angerechnet. Die Vorbereitungsseminare und die Informationsreisen müssen die jungen Ewachsenen selbst finanzieren. Trägerorganisation ist der politisch unabhängige Verein Gedenkdienst, der sich zm Ziel gesetzt hat, zur Aufklärungsarbeit und Bewußtseinsbildung über die Auswirkungen des Natiionalsozialismus und der Beteiligung von Österreichern am Holocaust beizutragen. Die Arbeit der Gedenkdienstleistenden richtet sich nach Anforderungen der Gedenkstätte und reicht von Archivarbeiten, Mithilfe bei wissenschaftlichen Publikationen, Führung von Delegationen, Organisation und Betreuung von Ausstellungen bis zur Sammlung von historischem Material über jüdisches Leben. Arbeitsschwerpunkt ist Osteuropa, wo österreichische Gedenkdienstleistende mittlerweile zur unentbehrlichen Hilfe der finanziell schlechter gestellten Gedenkstätten geworden sind. „Die meisten Kandidaten interessieren sich für den Einsatz in New York oder Los Angeles“, berichtete Dr. Andreas Maislinger, Initiator und Ausbildungsleiter dieser Initiative. Aber mittlerweile seien auch einige Kandidaten für Ungarn (Auschwitz-Stiftung Budapest) und Litauen (Jüdisches Museum Wilna) dabei. Bei den Treffen in St. Virgil, die zweimal im Jahr stattfinden, sind auch immer erfahrene Gedenkdiener dabei. „Nach 14monatigem Dienst mit dieser Verantwortung für Österreich sind die zuvor 18jährigen „Kindsköpfe“ sichtlich gereift“, sagte Andreas Maislinger.

Projekt Details

  • Datum 28. August 2016
  • Tags Pressearchiv 1997

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