Wenn es einen in die Ferne zieht[Daniel Schuster], Schülerzeitung der HTL Traun, 22.02.2005

22.02.2005

Projekt Beschreibung

Wenn es einen in die Fremde zieht… Sozial-, Friedens- und Gedenkdienst als Alternative zum Zivildienst Für jeden jungen Österreicher kommt nach der Schulzeit oder der Lehre die Zeit in der er seinen „Dienst am Vaterland“ zu leisten hat. Klar! Am einfachsten ist es seinen Dienst 8 Monate lang beim Bundesheer zu leisten oder 12 Monate soziale Arbeit in Form des Zivildienstes zu machen. Verständlicherweise ist die Vorfreude auf diese Zeit meist beschränkt groß und wird oft als verlorenes Jahr bezeichnet. Leider sind Alternativen kaum bekannt. Eine solche Alternative ist der Auslandsdienst, ein Zivildienstersatz im Ausland. Bereits seit 1992 gibt es für junge Österreicher die Möglichkeit, den Zivildienst durch einen 14 Monate dauernden Ersatzdienst im Ausland zu absolvieren. Ein Auslandsdiener trägt mit seinem Dienst einen Teil zum Ansehen Österreichs im Ausland bei und vor allem wird ihm die Möglichkeit geboten einzigartige sowie persönlichkeitsbildende Erfahrungen zu sammeln und in sinnvollen Projekten mitzuarbeiten. Beispiele für Sozialdienst wären die Betreuung von Straßenkindern oder die Mithilfe in SOS Kinderdörfern. Für den Friedensdienst wird momentan eine Dienststelle in Hiroshima angeboten. Der Gedenkdienst dient in erster Linie der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Österreichs, d.h. Mitarbeit von Österreichern an Dienstellen (Museen oder Forschungszentren) bezüglich der Opfer des Nationalsozialismus. Die Einsatzstellen befinden sich in Brasilien, Argentinien, Nicaragua, Costa Rica, USA, Afrika, Russland, Polen, Indien usw., also in der ganzen Welt. Hierbei möchte ich zwei markante Beispiele herausgreifen: Sozialdienst: Seit Oktober 2000 besteht die Möglichkeit den Auslandsdienst in den SOS Kinderdörfern in Pakistan zu leisten. Sozialdiener helfen dort bei der Betreuung der Kinder und arbeiten auf irgendeine Weise bei der Organisation des Kinderdorfes mit. Jeder kann mit seinem persönlichen Einsatz und eigenen Projekten, wie auch Ideen einen Beitrag zur Hilfe, der in Not geratenen Kinder leisten. Damit leisten die Auslandsdiener in den 14 Monaten einen Beitrag zur Zukunft dieser Kinder und sammeln selbst persönliche Erfahrungen. Die 14 monatige Arbeit in einem Fremden Land öffnet meist die Tür, eine bisher unbekannte Kultur kennen zu lernen und das Leben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Dies zeichnet nicht nur den eigenen Lebenslauf gut aus, sondern hilft auch zur Orientierung im eigenen Leben. Während Sozialdiener meist die Möglichkeit zur Arbeit mit Menschen bewegt sowie der Gedanke, die Zukunft zu fairer zu gestalten, motiviert Gedenkdiener eher die Aussicht, mit ihrer Arbeit etwas für das Gedenken an die Vergangenheit und den Holocaust tun zu können. Gedenkdienst: Gedenkdiener arbeiten zum Beispiel im jüdischen Kulturzentrum von Kazimierz in Krakau (Südpolen). Kazimierz war vor dem zweiten Weltkrieg eine der größten jüdischen Gemeinden Europas und hatte über 60.000 Einwohner. Heute leben in Krakau weniger als 200 Juden. Als Gedenkdiener übernimmt man hier, im Zentrum für jüdische Kultur, die Aufgabe eines Fremdenführers durch das ehemalige nationalsozialistische Ghetto und durch das daran anschließende Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Plaszow, welches der Weltöffentlichkeit wohl am ehesten durch den berühmten Film Schindlers Liste bekannt ist. Diese Arbeit ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik und macht das Begreifen dieser schrecklichen Verbrechen vorstellbar, wenn nicht überhaupt erst möglich. Der Gedenkdienst bietet euch die Möglichkeit, aus der schrecklichen Vergangenheit Österreichs lernend, mitzuhelfen, die Zukunft fairer und toleranter zu gestalten. Falls es gelang bei euch Interesse für einen Auslandsdienst zu wecken, gibt es nähere Informationen auf der Homepage des Vereins für Dienste im Ausland: www.auslandsdienst.at . Weitere Links: www.gedenkdienst.de , www.sozialdienst.at , www.friedensdienst.at Verfasst von Daniel Schuster

Projekt Details

  • Datum 17. September 2016
  • Tags Pressearchiv 2005

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