Was teure Standorte wirklich ausmacht, Börsen-Kurier

25.09.2014

Projekt Beschreibung

Der „Snob-Effekt“ am Immobilienmarkt Was teure Standorte wirklich ausmacht Eine idyllische Gegend kann ein verträumtes Nest mit Baugrundpreisen von weniger als 100 € pro m2 oder ein Anziehungspunkt der High Society mit für Otto-Normalverbraucher unerschwinglichen Hauspreisen sein. Der Börsen-Kurier zeigt die wichtigsten Einflussfaktoren am Immobilienmarkt. Hochwertig ausgestattete Penthouse- und Dachgeschosswohnungen mit Blicküber die Stadt kosten in denTuchlauben im 1. Bezirk Wiens mittlerweile bis zu 30.000 € pro Quadratmeter. Gleich dahinter rangiert „The Ring“ am Kärntner Ring (ca. 26.000 €), gefolgt von Seelagen im oberösterreichischenSalzkammergut, wie zum Beispiel in Mondsee, wo mittlerweile die besten Plätze bis zu 25.000 € kosten. Seelagen am Wörthersee können auf bis zu 16.000 € pro Quadratmeter kommen und am Fuschlsee (Salzburg) ist mit bis zu 11.000 € zu rechnen. In der Altstadt von Salzburg kletterten die Preise zuletzt bis auf rund 13.000 €. Doch auch Wintersportorte befinden sich auf goldenem Boden. Gute Lagen in Kitzbühel (Tirol) und Zürs (Gemeinde Lech in Vorarlberg) aber auch Nobelbezirke wie Wien-Grinzing (19. Bezirk) bringen es auf bis zu 15.000 €/m2. Auf der anderen Seite kann man in ländlichen Gegenden des Burgenlands und auch in Niederösterreich teils unter 100.000 € ganze Einfamilien- häuser kaufen. Auch wenn Faktoren wie Lage und Bausubstanz eine wichtige Rolle spielen, erklären diese alleine nicht derartige Diskrepanzen. Es ist noch ein weiterer Faktor im Spiel, nämlich das „Branding“ für Standorte. Der Immobilienstandort als „Nobelmarke“ Alleine beim Vergleich der Preisentwicklung für Erstbezugswohnungen im Zeitraum von 2000 bis 2013 (Quelle Immobilienpreisspiegel der WKO), fällt auf, dass die Immobilienpreise in Städten mit größerem „Glamour-Faktor“ stärker anstiegen: So lag beispielsweise in der Mozartstadt Salzburg der Preisanstieg bei 96 % und in Innsbruck (The- ma Wohnen mit Bergblick bzw. Ausblick) bei 74 % verglichen mit „nur“ 51 % in Graz, 34 % in Klagenfurt und 21 % in St. Pölten. In diesem Zeitraum boomten auch Prestige-Immobilien an Standorten wie Kitzbühel und im 1. Bezirk Wiens. Während dort – ähnlich wie in der Londoner City – die Hochfinanz konzentriert ist, und aus einer gewissen Standort-Notwendigkeit heraus teils ideelle Preise gezahlt werden, kommt noch der Snob-Effekt der Wohlhabenden hinzu. Es gilt nämlich als vornehm, sich dort anzusiedeln, wo sich die „High Society“ aufhält. Genau das Gleiche gilt für den Wintersportort Kitzbühel, Seen-Standorte in Fuschl und am Wörthersee und gute La- gen in Altaussee (steirisches Salzkammergut), wo die Baugrundpreise bereits 2011 zwischen 200 und 350 € pro m2 lagen, verglichen mit 134 bis 180 € in Graz, Puntigam. Vor allem historische gewachsene Wohnorte für Wohlhabende wie Altaussee zeichnen sich durch hohe Immobilienpreise und solide Wertsteigerungen aus. In Altaussee hat bereits 1847 der Dichter Joseph Christian Freiherr von Zedlitz sein „Seehaus“ (ehemaliges Parkhotel) errichtet. Viele Künstler folgten daraufhin seinem Beispiel und die hohe Promi-Quote hielt dort bis heute an. Event-Programme und Bildung beleben den Standort Damit ein Standort für die gehobene Gesellschaft und somit eine kaufkräftige Zielgruppe interessant wird, sollte zumindest einer der folgenden Faktoren im Spiel sein: Besondere landschaftliche Gegebenheiten (z.B. malerische Seen und/oder Berge), Universitäten, kaufkräftige Stadtviertel in Finanzzentren sowie Universitätsstädten und vor allem besondere Veranstaltungen als Anziehungspunkte. Dazu gehören beispielsweise das Hahnenkammrennen in Kitzbühel, die Salzburger Festspiele aber auch Kongress-Standorte wie Alpbach in Tirol und Davos in der Schweiz (World Economic Fo- rum) sind bei gutem Veranstaltungsprogramm gehobene Publikumsmagnete. In Fachhochschulen, Kongressen und diversen Events liegen deshalb gute Chancen für bis dato eher verschlafene Orte. Beispielsweise könnte der Immobilienmarkt in Braunau am Inn, wo sich die Baugrund- preise zwischen 60 und 80 € pro m2 bewegen, durch das vom Innsbrucker Politikwissenschaftler Andreas Maislinger konzipierte House of Responsibility regelrecht aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden. Denn Unterstützung bekommt das inter- nationale Begegnungszentrum zur Sensibilisierung der Jugend für die Gefahren des Faschismus von hoher Promi- nenz – unter anderem auch von Oscar-Preisträger Branko Lustig (Produzent von Schindlers Liste und Gladiator). Die von Steven Spielberg gegründete Shoah Foundation hat das Projekt auf ihrer Website vorgestellt. Eine Reihe hochkarätiger Urlaubs-Gäste sind somit vorprogrammiert. Michael Kordovsky

Projekt Details

  • Datum 14. Mai 2018
  • Tags Pressearchiv 2014
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