Verein „Auslandsdienst“ geht für Gedenkdiener auf Sponsorensuche, Austria Presse Agentur

08.11.2000

Projekt Beschreibung

Austria Presse Agentur 8. November 2000 Zivildienst/Zeitgeschichte/Österreich/International
Verein „Auslandsdienst“ geht für Gedenkdiener auf Sponsorensuche Fixbetrag von 138.000 Schilling reiche im Ausland „bei weitem“ nicht aus – In Wien und Braunau sollen Anlaufstellen entstehen Graz (APA) – Insgesamt 138.000 Schilling bekommen in Österreich jene präsenzdienstpflichtigen Männer, die anstatt des achtmonatigen Wehrdienst einen 14-monatigen Zivildienst im Ausland antreten. Dieser vom Innenministerium zur Verfügung gestellte Betrag reiche zur Deckung der Anreise- und Aufenthaltskosten „bei weitem nicht aus“, so Andreas Maislinger vom Verein „Auslandsdienst“, der größten der drei österreichischen Trägerorganisationen, die Gedenkdienststellen für österreichische Zivildiener im Ausland zur Verfügung stellt. „Wir werden uns jetzt intensiv auf die Suche nach Sponsoren machen“, kündigte Maislinger am Mittwoch im Gespräch mit der APA in Graz an. „Jeder von unseren Gedenk-, Sozial-, und Friedensdienstleistenden weiß, dass er nicht genau weiß, wie’s weitergeht“, umschreibt Maislinger die soziale Situation der zurzeit rund 30 Zivildiener, die in Nordamerika, Kanada, Europa und Israel in Einrichtungen an Museen und Holocaust-Gedenkstätten arbeiten bzw. ihre Dienste sozialen und friedenssichernden Einrichtungen zur Verfügung stellen. „Zieht man die rund 2.800 Schilling an Versicherung pro Monat ab, bleiben den jungen Männern für die 14 Monate gerade noch um die 110.000 Schilling“, so Maislinger. Gelingt es den Zivildienern dann nicht, noch von ihren Heimatgemeinden zusätzliches Geld aufzutreiben, bleiben somit rund 7.800 Schilling, exklusive der Reisekosten. Dazu komme noch, dass dieses Geld nicht monatlich, sondern in drei Tranchen von je zwei Mal 40 und einmal 20 Prozent des Gesamtbetrages ausbezahlt werden. „Mit den Sponsorengeldern wollen wir zum Einen unsere Zivildiener unterstützen“, so der Obmann des vor zwei Jahren gegründeten Vereins. Darüber hinaus wolle man aber auch die auf den Zivildienst vorbereitenden Seminare ausbauen und „wenigstens kostendeckend“ veranstalten können. Zudem sei die Organisation so angewachsen, dass man eine professionelle Infrastruktur mit eigenem Büro – zur Zeit ist die Vereinsadresse die Privatadresse des Obmanns – benötige. Während man sich gerade bemüht, über eine Stiftung die Räumlichkeiten des Hitler-Geburtshauses in Braunau als eigentlichen Sitz des Vereines anzumieten, will man auch eine weitere Anlaufstelle in Wien einrichten, die sich dann insbesondere um die Aquirierung von Sponsoren kümmern soll. Freilich: Auch für die Miete des Büros in Wien werden Sponsoren gesucht. Der Verein „Auslandsdienst“ arbeitet mit rund 30 Institutionen weltweit zusammen. Zurzeit werden Zivildiener u.a. am Holocaust Center of Northern California in San Francisco, dem National Yad Vashem Charitable Trust in London, der Fondation pour la Memoire de la Deportation in Paris oder dem Holocaust-Museum in Houston eingesetzt.

Projekt Details

  • Datum 1. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2000

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