Ungewisse Zukunft für Hitlers Geburtshaus, Der Standard

16.03.2001

Projekt Beschreibung

Der Standard 16. März 2001 Ungewisse Zukunft für Hitlers Geburtshaus Eigentümer wollen vom Bund Entscheidung bis April Braunau – Die Zukunft des so genannten Hitler-Hauses in Braunau am Inn ist weiter ungeklärt. Bis zum ersten April sollte der Bund seine Kaufabsicht erklären oder den bestehenden Mietvertrag verlängern, wünschen sich die Besitzer des Gebäudes. Noch gibt es aber aus dem Innenministerium keine konkrete Reaktion. Wie das Haus im Falle eines Kaufes weiter genutzt werden soll, wird ebenfalls diskutiert. Derzeit ist die Lebenshilfe in dem Haus untergebracht, der Mietvertrag läuft noch bis ins Jahr 2002. Die Organisation will aber in ein besser geeignetes Quartier umziehen. Für Bürgermeister Gerhard Skiba (SP) wäre die beste Lösung, wenn die öffentliche Hand das Gebäude kaufe oder längerfristig anmiete. Die privaten Eigentümer wollen nach seinen Angaben aber bis zum 1. April über die Pläne Bescheid wissen. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Hitlers Geburtshaus am freien Markt verkauft werden, fürchtet Skiba. „Und dann können wir keinen Einfluss darauf nehmen, wer kauft und was mit dem Haus passiert.“ Zusätzlich gibt es einen Rechtsstreit über Sanierungskosten. Die Eigentümer verlangen, der Bund müsse diese übernehmen, im Innenministerium ist man noch beim Prüfen der Vertragslage. Sollte der Bund das benötigte Geld für einen Kauf, über zehn Millionen Schilling (726.728 Euro), nicht aufbringen können, wäre als zweitbeste Möglichkeit die Suche nach einem Sponsor denkbar, stimmen Skiba und Florian Kotanko, Obmann des Braunauer Vereins für Zeitgeschichte, überein. Die weitere Nutzung des Hauses wird derzeit im Verein diskutiert. Es gibt ein Konzept des Innsbrucker Politikwissenschafters Andreas Maislinger, ein „House of Responsibility/ Haus der Verantwortung“ einzurichten. Die drei Stockwerke des Hauses sollen den Themenkreisen „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ zugeordnet werden. Humanitäre und soziale Organisationen wie der Auslandsdienst könnten einziehen, Veranstaltungen und Ausstellungen untergebracht werden. Für Obmann Kotanko ist „das Rohkonzept gut, es sind aber noch Präzisierungen nötig“. Bei einer Vereinssitzung am Montagabend wurde das Projekt noch nicht abgesegnet, da man zunächst abwarten will, wie das „Modell Mauthausen“ funktioniert. Wie berichtet, soll das ehemalige Konzentrationslager aus der Bundesverwaltung ausgegliedert werden und als Anstalt öffentlichen Rechts geführt werden. In Braunau will man prüfen, ob sich diese Organisationsform bewährt.

Projekt Details

  • Datum 5. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2001

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