Steirer des Tages: Als Gedenkdiener Österreich im Ausland vertreten, Kleine Zeitung, 23.07.2011

23.07.2011

Projekt Beschreibung

Kleine Zeitung, 23.07.2011

Im Gedenken an die Überlebenden des Holocaust

Entweder, oder: Bundesheer oder Zivildienst. Diese Frage stellt sich derzeit noch jedem jungen Österreicher. Der Steirer Adrian Kainz hat sich für eine dritte Variante entschieden: Auslandsdienst – oder genauer: Gedenkdienst.

Seit mehr als einem Jahr arbeitet der Grazer Adrian Kainz im Virginia Holocaust Museum in Richmond (US-Bundesstaat Virginia) und hat damit die Dienstdauer von zwölf Monaten schon lange erfüllt. Aufgrund seiner guten Arbeit hat ihm Museumsdirektor Jay Ipson aber angeboten, noch einige Monate anzuhängen.
Bis Mitte September 2011 setzt der 19-Jährige somit seinen Gedenkdienst freiwillig fort, führt Besucher durch das Museum, arbeitet an Ausstellungen mit und spricht mit Zeitzeugen. „Mein Chef Jay ist ein litauischer Holocaust-Überlebender“, erzählt Kainz vom Gründer und Leiter des Museums, an dem bereits fünf junge Österreicher ihren Gedenkdienst abgeleistet haben. Außerdem zeichnet der engagierte Steirer als Initiator von „Radio Auslandsdienst“ verantwortlich: „Es werden Sendungen mit und über Auslandsdiener ausgestrahlt. In meiner Freizeit arbeitete ich an diesem Projekt mit und hoffe, dass dadurch mehr junge Menschen von der Möglichkeit erfahren, den Zivildienst im Ausland abzuleisten“, erklärt der Gedenkdiener seine Motivation. Sein Hauptprojekt im Museum ist das „Distance Learning Center“: „Mittels Audio- und Videokonferenzen ermöglichen wir österreichischen und amerikanischen Schülern spannende Gespräche mit Überlebenden des Holocausts“, so Kainz, der schon als 15-Jähriger beim steirischen Bandwettbewerb als „Bester Pianist“ geehrt wurde. Sein Resümee über den Auslandsdienst fällt positiv aus, schließlich habe ihm die Zeit als Gedenkdiener gelehrt, in zwei Sprachen zu denken: „Ich hatte die Möglichkeit, die Geschichte meiner Heimat aus der österreichischen und amerikanischen Sicht zu studieren. Daraus konnte ich für mich ein besseres Verständnis des Weltgeschehens mitnehmen.“ Und auch die Zukunft steht schon fest: Ab Oktober wird Kainz an einer Wiener Privatuniversität Tontechnik studieren.

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2011

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