Schwere (Ge-)Denkfehler, Salzburger Nachrichten

05.09.1997

Projekt Beschreibung

Schwere (Ge-)Denkfehler

Meldungen über Finanzprobleme beim Projekt Gedenkdienst sind nichts Neues. Sie kamen mit schöner Regelmäßigkeit jeden Sommer. Gleichzeitig kamen aber auch immer mehr internationale Anerkennung und Lob für die Initiative, in deren Rahmen bisher 41 junge Österreicher für die Mitverantwortung Österreichs an den Nazi-Verbrechen eingestanden sind. Bereits im Gedenkjaht 1995 wurde das Projekt von Politikern als „das einzige von österreichischer Seite vorzeigbare Projekt zur Aufarbeitung der Vergangenheit“ bezeichnet. Mit der Zivildienstgesetznovelle schien nun auch die Bezahlung der Gedenkdiener, die bisher über – gerade in Sparpaketszeiten rare.- Subventionen erfolgte, auf eine feste gesetzliche Basis gestellt. Der „Erfinder“ des Gedenkdiensts, Andreas Maislinger, hat lange und zäh für diese Regelung gekämpft und sich dabei in der Bürokratie nicht nur Freunde gemacht. Die Freude über die finanzielle Absicherung des Projekts kam zu Jahresbeginn zu früh. Ob nun die verspäteten Auszahlungen durch das Innenmini- die Krise und den „Vater im chronisch finanzschwachen Verein erst auslösten oder die Querelen im Verein eine Auszahlung der Mittel mangels geeignetem Ansprechpartner unmöglich machten, kann derzeit dahingestellt bleiben. Entscheidend ist jetzt, daß 18 Auslandszivildiener, die ihnen seit Mona- ten vorenthaltene gesetzlich zustehende,‘ Unterstützung zum Leben raschest erhalten. Der (Generations-)Konflikt im Trägerverein kann auch danach beigelegt werden. Das Projekt hat immens viel zu einem positiven Österreich-Bild im Ausland beigetragen und wurde von der Republik ohnehin lange Zeit nur halbherzig unterstützt. – Eine unösterreichisch unbürokratische Lösung ist gefragt.

Projekt Details

  • Datum 27. August 2016
  • Tags Pressearchiv 1997

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