Rieder Rundschau Nr. 30 – 25. Juli 2002 / Zivildiener lernen im Ausland für Leben

25.07.2002

Projekt Beschreibung

Zivildiener lernen im Ausland fürs Leben NATTERNBACH / Einen ungewöhnlichen Ort für seinen Zivildienst hat sich der Natternbacher Johann Schauer ausgesucht: Costa Rica. Er arbeitet dort seit Februar bei dem Entwicklungshilfe-Projekt „Finca Sonador“. In einem kleinen Dorf in der Nähe von San Isidro, in dem rund 320 Menschen leben, hilft Schauer vor allem bei der sehr anstrengenden Zuckerrohr- und bei der Kaffeeernte. Ein Mal pro Woche gibt er Unterricht an der Volksschule des Dorfes. „Finca Sonador“ entstand 1979 als alternatives Flüchtlingsprojekt für Menschen die vor der Diktatur in Nicaragua oder vor dem Bürgerkrieg in El Salvador flohen. Die ursprüngliche Idee war, dass Flüchtlinge ein Stück Land erhalten, das sie selbst bebauen und wo sie ihre eigenen Produkte herstellen können. Die Bewohner des Dorfes und die Zivildiener bewirtschaften gemeinsam ein 800 Hektar großes Gebiet, die Hälfte davon sind geschützte Waldreservate. Im Urwald lauern auch viele Gefahren – wie ein Kollege von Schauer aus eigener schmerzvoller Erfahrung zu berichten weiß: Er wurde von einem Skorpion gestochen, was aber zum Glück ohne gravierende Folgen blieb. Durch die ertragreiche biologische Landwirtschaft mit gerechten Arbeitslöhnen versorgt sich das Dorf weitgehend selbst mit den nötigsten Lebensmitteln und produziert auch beträchtliche Mengen an Kaffee und Zuckerrohr, die Gewinn bringend an Fair-Trade-Organisationen verkauft werden. Johann Schauer, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, fühlt sich sehr wohl in Costa Rica und hat sich inzwischen auch an das schwül-heiße Klima gewöhnt. Besonders gefallen ihm die Unbekümmertheit und die Freude, mit der die Menschen – oft trotz große Armut – ans Werk gehen. Ermöglicht hat dem Natternbacher diese sinnvolle und für ihn wichtige Lebenserfahrung der Verein für Dienste im Ausland. Interessierten jungen Männern bietet er die Möglichkeit, statt des herkömmlichen Zivildienstes im Ausland zu arbeiten – in Form von Gedenk-, Sozial- oder Friedensdienst. Der Verein für Dienste im Ausland ist im Internet unter www.auslandsdienst.at zu finden. Alternative zum Wehrdienst Der Verein für Dienste im Ausland ist die größte überparteiliche Trägerorganisation, die es ermöglicht, als Alternative zum Wehr- und Zivildienst in Österreich im Ausland zu arbeiten. Zu 42 Partnerorganisationen in 22 Ländern werden jährlich etwa 100 junge Österreicher entsandt. Die drei Arten des Auslandsdienstes: Gedenkdienst: befasst sich mit den Opfern des Nationalsozialismus. Gedenkdiener arbeiten in Holocaust-Gedenkstätten, Museen, zum Beispiel in New York, Krakau usw. Sozialdienst: Sozialdiener unterstützen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines Landes. Sie arbeiten zum Beispiel mit Straßenkindern oder an Projekten für eine bessere Trinkwasserversorgung in der Dritten Welt. Friedensdienst: Friedensdiener arbeiten zur Zeit in Organisationen in Israel, wo sie die Menschenrechtslage analysieren und gemeinsame Initiativen der Konfliktparteien organisieren.

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2002

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