Rasche Lösung für Zivilersatzdienst, Jugend Eine Welt

01.01.2013

Projekt Beschreibung

www.jugendeinewelt.at, 01.01.2013   Rasche Lösung für Zivilersatzdienst
Am 20. Jänner stimmt Österreich über den Fortbestand der allgemeinen Wehrpflicht und somit auch über den Zivildienst ab. Die Zukunft des Zivilersatzdienstes im Ausland ist allerdings noch nicht geklärt. Ungeachtet des Ausgangs der Abstimmung fordern die zwei anerkannten Trägervereine Jugend Eine Welt und Österreichischer Auslandsdienst eine rasche Lösung für Sozialdienste im Ausland.
Rund 100 junge Männer leisten jährlich ihren Zivilersatzdienst im Ausland. Sie engagieren sich u.a. in Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, in Friedensstätten oder wie die Zivilersatzdiener von Jugend Eine Welt in Kinder- und Jugendprojekten in Afrika, Asien und Lateinamerika. Ihre Rolle als wichtige Botschafter Österreichs wurde auch im Rahmen des zwanzigjährigen Jubiläums des Auslandsdienstes im Oktober 2012 von politischer Seite betont. „Die Zivilersatzdiener nehmen für unseren Staat eine Verantwortung war, nämlich die gegenüber der Welt“, so Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt: „Wie es, falls die Wehrpflicht abgeschafft wird, mit den sogenannten Auslandsdiensten weitergeht, ist momentan noch ungeklärt.“
Sozialdienst im Ausland soll erhalten bleiben
Jugend Eine Welt fordert gemeinsam mit dem Verein Österreichischer Auslandsdienst, dass dieser wertvolle Dienst auch in Zukunft erhalten bleibt. „Wir sind für einen Sozialdienst, der so gestaltet ist, dass die jungen engagierten Menschen nicht zusätzlich finanziell draufzahlen. Deshalb setzen wir uns für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste im Ausland ein“, so Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt. Unter diesen Rahmenbedingungen versteht er beispielsweise mehr geförderte Plätze, eine Anrechenbarkeit für spätere Berufsausbildungen, die sozialversicherungsrechtliche Absicherung der Freiwilligen oder den Erhalt der Familienbeihilfe für die Zeit des Freiwilligendienstes. Die letzten zwei Punkte seien zwar durch das Freiwilligengesetz geregelt, allerdings wurde bisher aufgrund der strengen Kriterien noch keine österreichische Organisation, die Auslandseinsätze anbietet, als Trägerorganisation anerkannt.
Hundstorfer-Modell auch für Auslandsdienste?
Zur Zeit werden die Sozialdienste im Ausland von verschiedenen Ministerien gefördert. Je nachdem, ob es sich um einen Zivilersatzdienst oder um einen freiwilligen Sozialdienst im Ausland handelt, liegt die Zuständigkeit entweder beim Innenministerium oder beim Sozialministerium. Die
Freiwilligeneinsätze werden auch von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. Leider sind die Einsätze trotzdem nicht ausfinanziert, sodass die jungen Menschen auch in ihre eigene Tasche greifen müssen, um sich den Sozialdienst zu finanzieren. Die Frage, ob der Vorschlag von Bundesminister Hundstorfer, ein Freiwilliges Sozialjahr mit rund 1.300 Euro pro Monat einzuführen, auch für die Sozialdienste im Ausland gültig wäre, ist noch unklar.
Volontariat und Zivilersatzdienst mit Jugend Eine Welt
Österreichweit gibt es 25 staatlich anerkannte Trägerorganisationen, die Auslandsdienste (laut §12b ZDG Zivildienstgesetz) als Gedenk-, Sozial- oder Friedensdienst vermitteln. Mit Jugend Eine Welt sind jährlich etwa 20 Zivilersatzdiener und 20 Freiwillige im Einsatz. Die jungen Männer und Frauen leisten zwölf Monate Sozialdienst in Don Bosco Projekten in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Insgesamt hat Jugend Eine Welt in den vergangenen 15 Jahren über 400 jungen ÖsterreicherInnen einen Einsatzplatz vermittelt und sie auf ihren Einsatz vorbereitet.

Projekt Details

  • Datum 6. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2013

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