Österreich holt sich das Hitler-Haus, Bild

14.07.2016

Projekt Beschreibung

PILGERSTÄTTE FÜR NAZIS SOLL ENTEIGNET WERDEN Österreich holt sich das Hitler-Haus

Pilgerstätte für Nazis wird enteignet | Österreich holt sich das Hitler-Haus
Viele Menschen in Braunau nehmen das Hitler-Haus als ein Stigma wahr, das sie belastet

Braunau (Österreich) – Die österreichische Regierung hat endgültig genug von Adolf Hitlers Geburtshaus in Braunau und den Rechtsextremisten, die zu dem Gebäude pilgern. Sie will die bisherige Besitzerin enteignen. Der Innenminister schlägt sogar den Abriss vor! Dienstag steht das entsprechende Gesetz auf der Tagesordnung des Ministerrats. 

Hitler
Hitler lebte als Baby nur wenige Wochen in dem Haus. Dann zog die Familie innerhalb von Braunau um
Foto: Getty Images

Diesen Kult kann in der Tat niemand wollen: Bei Google erhält die Geburtsstätte von Nazi-Diktator Adolf Hitler 4,6 von 5 Sternen in der Nutzerbewertung. „Eine einzigartige Erfahrung“, schreibt jemand über den Besuch – er nennt sich „1000 Jahre Deutsches Reich“.

► Das Ziel der Regierung lautet darum: „dauerhafte Unterbindung der Pflege, Förderung oder Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts sowie die Entmystifizierung dieses Ortes“. Wenn die Minister das Gesetz wollen, kann das Parlament zustimmen – dann erhielte Besitzerin Gerlinde Pommer eine Entschädigung und der Staat Österreich würde die Kontrolle übernehmen.

► Das ist dringend nötig. Denn obwohl das Innenministerium seit 1972 Mieter des Gebäudes ist und jeden Monat 4670 Euro überweist, sperrt sich die eigenwillige Eigentümerin gegen jede noch so kleine Veränderung. Nicht einmal eine Gedenktafel an der Fassade ließ sie zu. Verkaufen wollte sie aber auch nicht.

Das verleiht dem Haus eine geradezu magische Anziehungskraft für Neo-Nazis.

Kommt nach der Enteignung der Abriss?

► Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) plädierte im Juni dafür, das Hitler-Haus nach der Enteignung plattzumachen: „Für mich wäre ein Schleifen die sauberste Lösung“, sagte er. Allerdings ließ er anschließend eine Sprecherin ausrichten, dabei habe es sich lediglich um seine „persönliche Meinung“ gehandelt.

► Im Gespräch ist auch eine Nutzung als „Haus der Verantwortung“, wie von dem Historiker Andreas Maislinger vorgeschlagen. Darin könnten Institutionen und Einzelpersonen an Gedenkprojekten arbeiten. Maislinger glaubt: „Das Haus verliert seine Anziehungskraft für Rechte, wenn an diesem Ort ein klares Zeichen gegen den Nationalsozialismus gesetzt wird.“

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Das Innenministerium selbst schrieb in einer Erklärung zum Gesetz: „Durch den Eigentumsübergang wird die Möglichkeit eröffnet, durch eine positive Nutzung einen deutlichen Kontrapunkt zur historischen Stellung dieses Hauses zu setzen.“

Was aus dem Hitler-Haus nach der Enteignung wirklich wird, ist also noch offen. Eine Historikerkommission soll über das weitere Vorgehen beraten.

DAS HITLER-HAUS

Projekt Details

  • Datum 14. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2016

Response (1)

  1. Waltraud
    19. Oktober 2016 at 17:49 · Antworten

    GANZ EHRLICH…WAS KANN DAS HAUS DAFÜR??? Ich würde das Haus stehen lassen und es wäre schön, wenn es möglich wäre, diese wunderschöne historische Fassade zu erhalten. Vielleicht gibt sich der Staat nen Ruck uns finanziert die Sanierung…
    Danke und LG Waltraud

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