Österreich gedenkt leise[Christine Tschenett], Die Neue, 28.01.2005

28.01.2005

Projekt Beschreibung

Österreich gedenkt leise Seit Jahren begehen Länder wie Deutschland und Großbritannien am 27. Jänner den Holocaust-Gedenktag. In Österreich ist es auch im „Gedankenjahr“ an Holocaust-Opfer auffallend still. „Wenn es darum geht, das Erinnern an Andreas Hofer und den ‚Freiheitskampf 1809‘ hochzuhalten, da ist das offizielle Tirol Weltmeister. Aber andere Kapitel der Tiroler Geschichte werden totgeschwiegen und die Opfer vergessen“, sagt Sarah Seiwald, Vorsitzende der Jungsozialisten (Jusos) Tirol. „Wir möchten heute allen Opfern des Holocaust gedenken. Das Erinnern an den Nationalsozialismus erfordert, sich mit der eigenen Geschichte auseinander zu setzen.“ Führende Politiker würden nach 60 Jahren immer noch die Lüge von Österreich als erstem Opfer Hitlers verbreiten. Die Jusos wollen den 27. Jänner als offiziellen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus verankern. Nach 60 Jahren habe Österreich immer noch keinen Gedenktag, der diesen Namen verdiene. Ein diesbezüglicher Antrag wurde 1997 nach längerer Diskussion im Nationalrat beschlossen. „Seither soll der offizielle Gedenktag in Österreich am 5. Mai (Befreiung von Mauthausen) als ‚Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus‘ begangen werden. Diese Namensgebung zeigt, dass sich Österreich nicht der historischen Verantwortung stellen will“, bekräftigt Seiwald. „Niemals wieder!“ bedeute auch, dem Treiben der alten und neuen Nazis nicht tatenlos zuzusehen. „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“

Projekt Details

  • Datum 17. September 2016
  • Tags Pressearchiv 2005

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