Oberösterreichische Nachrichten – 12. September 2002 / Bei den 11. Zeitgeschichtetagen geht es um die „Zivilcourage im Dritten Reich“

12.09.2002

Projekt Beschreibung

Bei den 11. Zeitgeschichtetagen geht es um die „Zivilcourage im Dritten Reich“ VON MAX HOFER BRAUNAU. Hollywood-Starregisseur Steven Spielberg hat mit dem Streifen „Schindlers Liste“ dem Industriellen Oskar Schindler ein filmisches Denkmal gesetzt. Bei den diesjährigen Braunauer Zeitgeschichtetagen stehen ebenfalls Retter von Juden in der Nazi-Zeit im Mittelpunkt. Allerdings weniger bekannte wie Anton Schmid und Josef Schleich. Auch über Anton Schmid ist ein Film gedreht worden – und zwar schon im Jahr 1972. Dennoch ist der in Wien geborene ehemalige Soldat der Deutschen Wehrmacht wenig bekannt. Der Feldwebel war 1942 wegen Rettung von Juden in Wilna hingerichtet worden. Josef Schleich rettete ebenfalls Juden. Robert Weiss war einer von ihnen. Er lebt heute in den USA und wird bei den 11. Braunauer Zeitgeschichtetagen, die von Freitag, 27., bis Sonntag, 29. September, im Gugg in Braunau abgehalten werden, erzählen, wie es dazu kam. Auch Hannelore Fröhlich aus Salzburg wird über ihren Vater Josef Schleich viel Unbekanntes und Wissenswertes beisteuern. Doch nicht nur die wenig beachteten Retter von Verfolgten in der schrecklichen Ära Adolf Hitlers werden bei den Zeitgeschichtetagen im Zentrum stehen. Der letzte Tag befasst sich auch mit der Opposition in der nachfolgenden DDR-Diktatur. Den Grund dafür nennen Braunaus Bürgermeister Gerhard Skiba, der Obmann des Vereines für Zeitgeschichte, Florian Kotanko, und der wissenschaftliche Leiter der Zeitgeschichtetage, Andreas Maislinger: „Obwohl die ,Diktatur des Proletariats‘ erst etwas mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt, scheint sie bereits vergessen zu sein.“ Referieren werden unter anderen Gisela Kuck von der israelischen Botschaft in Bonn/Berlin, der Berliner Schriftsteller Lutz Rathenow, Ludwig Mehlhorn von der Evangelischen Akademie Berlin, der Freiburger Universitätsprofessor Wolfram Wette, Johann Berger von der Landesverteidigungsakademie in Wien, Walter Brunner vom steiermärkischen Landesarchiv sowie Andreas Disselnkötter von der Uni Dortmund. Betitelt sind die diesjährigen Braunauer Zeitgeschichtetage, die am Freitag, 27. September, um 19 Uhr von Bürgermeister Gerhard Skiba und Florian Kotanko eröffnet werden, mit „Wenig Gerechte? Zivilcourage und Widerstand in Diktaturen“.

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2002

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