Notbremse bei Auslandszivildienst, Kurier

30.10.2001

Projekt Beschreibung

Kurier 30. Oktober 2001 Chronik
Notbremse bei Auslandszivildienst Vorgriff auf Budget 2002 verhindert Abbrüche / Weniger Entsendungen von Michael Berger Die schriftliche Ankündigung einiger Auslandszivildiener, ihren Dienst wegen Geldmangels bald abzubrechen zu müssen, dürfte Wirkung gezeigt haben. 43 Auslands-Zivildiener vom Verein „Dienste im Ausland“ werden Geld aus dem Budget 2002 jetzt überwiesen bekommen, dafür muss das Kontingent für 2002 verringert werden. Wie berichtet, sind 43 junge Österreicher des Vereines „Dienste im Ausland rund um den Globus bei Sozialprojekten, Denkmalpflege und Mahnwachen engagiert. Keiner der 43 Männer hat 2001 nur einen Schilling aus der Heimat überwiesen bekommen. Es mangelt sogar an Geld für Medikamente. Der Innsbrucker Vereinsgründer und Politologe Andreas Maislinger macht für den Finanzengpass das Innenministerium verantwortlich. Der zuständige Sektionschef, Helmuth Prugger dementiert: „Herr Maislinger hat die Zivildiener schon entsandt, als in diesem Umfang noch gar keine finanziellen Garantien da waren.“ Nachsatz: „Bei den anderen 20 Vereinen, die Zivildiener entsenden funktioniert es ja auch.“ GELD FÜR ZIVIS Um die Sicherheit der jungen Österreicher in zum Teil gefährlichen Gebieten (Peru, Guatemala, Costa Rica, Brasilien, Nicaragua, Kenia, Uganda, China, Indien oder Rumänien) nicht zu gefährden, greift Vereinschef Maislinger jetzt auf das Budget für 2002 vor: „Durch diese Umschichtung muss keiner der Aktiven abbrechen. Und die Reputation Österreichs bleibt aufrecht.“ Kritiker sprechen von einem Imageverlust der Republik Österreich. Beispiel Simon-Wiesenthal-Center in Los Angeles. Seit 2. April leistet Mario Böhm in dieser Institution seinen Auslandszivildienst. „Österreich setzt durch unsere Arbeit ein Zeichen. Bekomme ich nicht bald Geld, bin ich gezwungen, abzubrechen. Viele Kollegen sind in der gleichen Situation.“ Auch bei den Holocaust-Gedenkstätten. Für den am 1. Jänner 2001 gegründeten Förderverein „Auslandsdienste“ noch immer kein Grund zu reagieren. Bis dato haben sich nur die Länder Ober- und Niederösterreich sowie der Bund finanziell beteiligt. Die Steiermark, die Caritas und die Israelitische Kultusgemeinde überlegen eine Finanzhilfe. Der 14-monatige Auslandsdienst kostet pro Zivi zwischen 110.000 S (ca. 8000 ) und 137.600 S (10.000 ). MEHR IM INTERNET www.auslandsdienst.at www.gedenkdienst.at www.zivildienst.at   Zivis: Öfter Dienst im Ausland Geld: Der finanzielle Umfang für den Auslands-Zivildienst stieg seit 1997 kontinuierlich an: Von 1997 mit 1,2 Millionen S (87.207 ) über 1998 (6,8 Mio. S / 494.175 ) und 1999 (12,9 Mio. S / 930.218 ) bis 2000 mit 14,9 Mio. S (1,08 Mio. ). Ab 2001 wurde – im Zuge der Zivildienst-Novelle – auch der Förderverein für Auslandsdienste gegründet. Entsendungen: Parallel zum wachsenden Budget stiegen die Entsendungen: 1997 (52 Mann), 1998 (79), 1999 (136), 2000 (143) und 2001 (146). Der Auslands-Zivildienst dauert 14 Monate.

Projekt Details

  • Datum 3. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2001

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