„Muss i denn zum Städtele…“, Ennstaler Woche

05.02.2009

Projekt Beschreibung

Der Rottenmanner Jörg Reitmaier dient seinem Land auf besondere Art und Weise. „Muss i denn zum Städtele…“  
Brigitte Mohoritsch Was für viele junge Männer unangenehme Pflicht ist, ist für den 21-jährigen Rottenmanner Jörg Reitmaier aufregendes Abenteuer und fast schon so etwas wie Berufung. Der Gang zum Bundesheer. Er hat sich aber nicht für den Dienst mit der Waffe entschieden, sondern sich zum Österreichischen Auslandsdienst gemeldet. In der Handelsakademie Liezen wurde er auf den Auslandsdienst aufmerksam gemacht. Die Möglichkeit, statt des Bundesheeres diesen Auslandsdienst abzuleisten, weckte besonderes Interesse bei dem geschichtsinteressierten jungen Mann. 1992 von Andreas Maislinger (einem österreichischen Historiker und Politikwissenschaftler) ins Leben gerufen, zeichnet sich der Auslandsdienst durch große Eigeninitiative der Mitarbeiter aus und bietet ihnen auch die Möglichkeit, selbst Stellen aufzubauen. Der Auslandsdienst entsendet Mitarbeiter im Rahmen von Gedenk-, Sozial- und Friedensdiensten. Über 1000 Mitarbeiter waren mittlerweile über die ganze Welt verteilt im Einsatz. Wie wird der Dienst finanziert?. „Der Verein bekommt pro Gedenkdiener 10.000 Euro, die diesem dann zur Verfügung stehen. Davon muss er Wohnung, Versicherung, etc. finanzieren. Diese Summe wird in drei Etappen ausbezahlt. Erst, wenn entsprechende Berichte verfasst wurden, erhält man das Geld. Flug und laufende Kosten werden zunächst selbst vorfinanziert“, sagt Reitmaier. Nun geht es für ihn zuerst nach Krakau zum internationalen Holocaust-Gedenktag und dan weiter nach Auschwitz, wo er für die nächsten drei Monate im jüdischen Museum arbeiten wird. Danach wechselt er nach Richmond in Virginia ins Virginia Holocaust Museum. „Dort arbeite ich im Archiv, führe Recherchen im Internet durch, mache Übersetzungen und werde auch Führungen von Schulen durch das Museum machen“, so Reitmaier. „Kleine Botschafter“. „Österreich hat sehr oft noch ein negatives Bild im Ausland, nicht zuletzt deshalb, weil die Geschichte des 20. Jahrhunderts noch nicht vollständig aufgearbeitet ist. Wir verstehen uns als „kleine“ Botschafter und sollen dazu beitragen eben diese Geschichte aufzuarbieten; oder eben aktive Hilfe beim Sozialdienst zu leisten. Wichtig ist auch noch, dass wir während der ganzen Vorbereitungszeit immer neue Verbindungen knüpfen und uns aktiv im Verein einbringen. So haben wir regelmäßig Telefonkonferenzen, aber auch Treffen, bei denen wir uns austauschen können. Für mich waren die letzten Jahre eine spannende und interessante Zeit und ich glaube, dass mir dieser Einsatz sehr viel für mein weiteres Leben bringen wird“, so der Rottenmanner. Das Virginia Holocaust Museum ist eine von weltweit 29 Einsatzstellen, an denen jungen Österreicher ihren Gedenkdienst leisten können. Am 1. Mai 2009 wird wieder ein österreichischer Gedenkdiener seinen Dienst in Richmond antreten. Und das wird Jörg Reitmaier aus Rottenmann sein.

Projekt Details

  • Datum 14. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2009

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