Minnes krigen hos norske joder, Vårt Land

17.01.2001

Projekt Beschreibung

Vart Land (Oslo) 17. Januar 2001 Erinnerung an den Krieg bei norwegischen Juden Der Österreicher Darko Wakounig (25) ist Zivildiener im jüdischen Wohn- und Seniorenzentrum in Oslo. Das deswegen, weil Andreas Maislinger (45) 1976 Auschwitz besuchte. Dort sah er etwas, was ihm nicht gefiel. Von Brita Skogly Kraglund, Vårt land (www.vartland.no), am 17.1.2001. Aus dem Norwegischen übersetzt von Darko Wakounig Die beiden Landsmänner sind in der Tagesstube des Wohnzentrums in Oslo versammelt. Andreas Maislinger machte die Reise von Österreich, um zu sehen, ob sich der Zivildiener Wakounig an der Stelle gut zurechtfindet und um ihm einen guten Start zu geben. Darko ist der erste vom österreichischen Gedenkdienst, der seinen Zivildienst in Norwegen macht. „Ich entschied mich für Norwegen, weil ich eine norwegische Freundin habe“, erzählt der Militärverweigerer, der vom Dienst vor sechs Jahren gehört hat. Er begann die Sprache zu lernen. Jetzt versteht er viel und kann sich gut verständlich machen. Aber im jüdischen Wohnzentrum kann er mit vielen auch deutsch sprechen. Kontakt.“ Für mich ist der Kontakt zwischen Alten und Jungen wichtig. Wir Jungen können viel von den Alten lernen. Die wiederum können die Zeit, in der sie leben, besser verstehen, indem sie mit uns sprechen. Dann verstehen wir einander besser“, findet Wakounig, der im November sein Geschichts- und Russischstudium abgeschlossen hat. Wozu ist der Dienst so lange nach dem Krieg notwendig ? -Die österreichische Bevölkerung hat eine Verantwortung für das, was geschah, auch wenn die Jungen nicht die Verantwortung dafür übernehmen können, was die Alten getan haben. Unsere Pflicht ist es, die Verantwortung auf uns zu nehmen, dass das nicht vergessen wird. Ich bin Katholik. Aber die Juden waren die, die am meisten gelitten haben, und nach wie vor stossen wir in Europa vielerorts auf Antisemitismus. Ich finde, dass es wichtig ist, dagegen zu arbeiten. -Sprechen die Alten darüber? -Ich beginne nie, vom Krieg zu sprechen. Aber viele erzählen davon. Starke Geschichten Es macht einen schmerzvollen Eindruck auf mich, von ihren Verlusten zu hören. Ich gehöre übrigens als Slowene aus Österreich selber einer Minderheit an. Andreas Maislinger wünscht, dass mehrere Österreicher ihren 14-monatigen Zivildienst in Norwegen absolvieren werden. Sobald das norwegische Holocaustzentrum fertig sein wird, hofft er, Leute dorthin entsenden zu können. Opfer Die Idee zu dem, was sich allmählich zu einer grossen Organisation entwickelt hat, bekam Maislinger als junger Student. Zusammen mit seiner polnischen Freundin besuchte er das Museum in Auschwitz. Die österreichische Ausstellung dort, die von österreichischen Gefangenen gestaltet wurde, stellte Österreich als Opfer dar. Die andere Seite der Geschichte, die davon handelt, dass viele Österreicher an den nationalsozialistischen Verbrechen unter anderem an Juden teilgenommen haben, kam nicht zur Sprache. „Das machte mich böse“, sagt der besonnene Politologe. Er hatte von der deutschen Aktion Sühnezeichen gehört, als er seine Arbeit begann, die österreichischen Behörden davon zu überzeugen, dass junge Männer ihren Zivildienst als Gedenkdienst ableisten können sollten. Maislinger ersuchte den Präsidenten um Unterstützung, seinen Zivildienst in Auschwitz ableisten zu können. Die Antwort war negativ. „Wir können das nicht tun, wir waren ja selber Opfer der NS“, war die Antwort, die er bekam. Ein Freudentag „Trotzdem fuhr ich nach Auschwitz und arbeitete dort vom 1. September 1979 bis April 1980 als Freiwilliger. Gleichzeitig setzte ich es fort, Briefe an Politiker und Journalisten zu schreiben. Das setzte ich zehn Jahre fort“, lächelt er. Nach massiver Tätigkeit begann die Sache zu laufen. 1991 bekam er endlich Unterstützung vom Innenminister, und das Gesetz wurde insofern abgeändert, als es ermöglicht wurde, junge Männer in Holocaust-Institutionen in verschiedene Teile der Welt zu entsenden. Ein Freudentag für Maislinger, der daraufhin seine Arbeit an der Innsbrucker Universität zurücklegte. Seither hat er seine Zeit der ständig wachsenden Organisation gewidmet. Die Arbeit ging von seiner Wohnung aus, gleichzeitig passte er auf seinen jetzt sieben Jahre alten Sohn auf. Aber bald wird die Organisation in das Haus umziehen, in dem Hitler geboren wurde, House of Responsibility. Seit 1992 haben 100 Gedenkdiener an der Arbeit an Gedenkstätten teilgenommen und die Judenvernichtung studiert, anstatt den üblichen Militärdienst zu Hause in Österreich abzudienen. Es gibt Mitarbeiter in Südamerika, Mittelamerika, den USA, Kanada, an mehreren Stellen in Europa, Afrika, Asien und Australien. Strassenkinder. Zu Beginn arbeiteten sie nur an Holocaustgedenkstätten und mit Juden. Jetzt wird auch die Sozialarbeit ein wichtiger Teil der Organisation. Es arbeiten unter anderem mehrere Zivildiener mit Strassenkindern in Buenos Aires. Andreas Maislinger ist damit beschäftigt, ebenso in die Zukunft wie auch in die Vergangenheit zu schauen. „So lange wir eine Geschichte haben, werden wir uns an den Holocaust erinnern. Dies wird nie verschwinden, auch wenn sich die Einstellungen ändern werden. Dies ist ein Teil der jüdischen Geschichte und ein Teil der christlichen Geschichte. Es geht um ein historisches Bewusstsein. Für die Organisation wird es so lange Verwendung geben, so lange es die Wehrpflicht gibt“, meint Maislinger. Geschenke Die Organisation ist politisch und religiös unabhängig. Er selber ist Katholik. -Wie bekommt Ihr Geld, um die Arbeit zu verrichten? -Wir bekommen etwas von den Behörden, aber wir wollen von ihnen unabhängig sein, weshalb wir Gaben aus der ganzen Welt annehmen. Ein besonderes Interesse dafür gibt es in den USA. -Findet Ihr genügend Bewerber für die Stellen? -Ja, mehr als wir brauchen können. Aber viele sind nur abenteuerlustig und verlieren das Interesse, sobald sie verstehen, dass ein Einsatz gefordert ist, wie zum Beispiel die Sprache des Landes zu lernen, wo sie arbeiten sollen.   Original: Minnes krigen hos norske jøder Av Brita Skogly Kraglund Østerrikeren Darko Wakounig (25) er sivilarbeider på Jødisk Bo- og Eldresenter i Oslo. Det er fordi Andreas Maislinger (45) besøkte Auschwitz i 1976. Der så han noe han ikke likte. De to landsmennene er samlet i bosentrets dagligstue i Oslo. Andreas Maislinger har tatt turen fra Østerrike for å se sivilarbeider Wakounig vel på plass og gi ham en god start. Darko er den første fra den østerrikske minnetjenesten som gjør siviltjenesten sin i Norge. -Jeg valdte Norge fordi jeg har en norsk kjæreste, forteller militærnekteren, som hørte om tjenesten for seks år siden. Han begynte å lære språket. Nå forstår han mye, og gjør seg godt forstått. Men på det jødiske bosenteret kan han også snakke tysk med mange. Kontakt – For meg er kontakten mellom unge og eldre viktig. Vi som er unge har mye å lære av de gamle. De kan på sin side bedre oppleve tiden de nå lever i ved å snakke med oss. Vi forstår hverandre bedre da, synes Wakounig, som i november avsluttet sine studier i russisk og historie. -Hvorfor er tjenesten nødvendig så lenge etter krigen? -Østerrikske innbyggere har et ansvar for det som skjedde, selv om de unge ikke kan påta seg ansvaret for det de gamle gjorde. Vår plikt er å ta ansvar for at det som hendte ikke blir glemt. Jeg er katolikk. Men jødene var de som led mest, og fortsatt strever vi med antisemittisme mange steder i Europa. Det er viktig å motarbeide dette, synes jeg. -Snakker de gamle med deg om dette? -Jeg begynner aldri å snakke om krigen. Men mange av dem forteller. Sterke historier. Det gjør et voldsomt inntrykk på meg å høre om deres tap. Jeg tilhører forresten selv en minoritetsgruppe som slovener i Østerrike. Andreas Maislinger ønsker at flere østerrikere skal gjennomføre sin 14 måneder lange siviltjeneste i Norge. Når det norske holocaust-senteret blir en realitet, håper han å kunne sende folk dit. Offer. Ideen bak det som etter hvert utviklet seg til en større organisasjon fikk Maislinger som ung student. Sammen med sind polske venninne besøkte han museet i Auschwitz. Den østerrikske utstillingen der, laget av tidligere fanger, framstilte Østerrike som et offer. – Den andre siden av historien, den som handler om at mange østerrikere tok del i nasjonalsosialismens forbrytelser blant annet mot jødene, kom ikke fram. Det gjorde meg sint, sier den sindige statsviteren. Han hadde hørt om den tyske Aksjon forsoning da han startet sitt arbeid for å overbevise østerrikske myndigheter om at unge menn burde få utføre sin siviltjeneste som en minnetjeneste. Maislinger søkte presidenten om støtte til å utføre sin tjeneste i Auschwitz. Svaret var negativt. „Vi kan ikke gjøre det, vi var jo selv ofre for NS,“ var svaret han fikk. En gledens dag – Allikevel dro jeg til Auschwitz, og jobbet der som frivillig fra 1. september 1979 til april 1980. Samtidig fortsatte jeg å skrive brev til politikere og journalister. Det holdt jeg på med i ti år, smiler han. Etter massiv påvirking begynte ting å skje. I 1991 fikk han endelig støtte fra innenriksministeren, og loven ble forandret slik at det ble mulig å sende unge menn til holocaust –institusjoner i ulike deler av verden. En gledens dag for Maislinger, som fra da av sluttet i jobben ved universitetet i Innsbruck. Siden har han brukt tiden på den stadig voksende organisasjonen. Arbeidet har foregått fra hans leilighet, samtidig som han har passet sin nå sju år gamle sønn. Men snart flytter organisasjonen inn i huset der Hitler ble født, House of Responsibility. Siden 1992 har 100 minnetjenere deltatt i arbeidet på minnesteder og studert jødeutryddelsens historie i stedet for å avtjene vanlig militärtjeneste hjemme i Østerrike. Det finnes medarbeidere i Sør-Amerika, Sentral-Amerika, USA, Canada, flere steder i Europa, Afrika og Australia. Gatebarn. Til å begynne med jobbet de bare på holocaust-minnesteder og med jøder. Nå blir også sosialt arbeid en viktig del av organisasjonen. Blant annet jobber flere sivilarbeidere blant gatebarn i Buenos Aires. Andreas Maislinger er like opptattav å se framover som bakover. – Så lenge vi har historie, vil vi huske holocaust. Det vil aldri bli borte, selv om holdningene vil forandre seg. Dette er en del av jødisk historie og en del av kristen historie. Det handler om historisk bevissthet. Det vil være bruk for vår organisasjon så lenge verneplikten består, mener Maislinger. Gaver Organisasjonen er politisk og religiøst uavhengig. Selv er han katolikk. – Hvordan får dere penger til å drive arbeidet? – Vi får noe fra myndighetene, men vi ønsker ikke å være avhengige av dem, så vi mottar gaver fra hele verden. Særlig er interessen fra USA stor. – Får dere nok søkere til jobbene? – Ja, flere enn vi kann bruke. Men mange er kun eventyrlystne, og mister interessen når de skjønner at de må gjøre en innsats med for eksempel å lære språket i landet de skal jobbe i.

Projekt Details

  • Datum 5. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2001

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