Leserstimme: Unnützer Gedenkdienst?, Vorarlberger Nachrichten

26.04.2000

Projekt Beschreibung

 
Vorarlberger Nachrichten 26. April 2000

Unnützer Gedenkdienst?

 In den letzten Tagen wurde der Gedenkdienst als Zivilersatzdienst im Ausland immer wieder heftigst angegriffen. Es wurde gesagt, dass Gedenkdiener „Gedenktafeln pflegen“, dass es sich dabei vielmehr um einen Gedenkurlaub handle und derlgeichen. Wenige schienen zu wissen, was Gedenkdienst in der Praxis bedeutet. Ich leiste meine 14 Monate am Center for Holocaust, Genocide & Peace Studies, einem Institut der University of Nevada, Reno, zusammen mit meinem Kollegen Andreas Feuerstein ab. Unsere Aufgaben hier bestehen aus Archivbetreuung, Übersetzungen alter Dokumente, der Vorbereitung der Vorlesung unserer Dirketorin, der Mitarbeit an der Publikation unseres Instituts (die weltweit Beachtung findet), bis hin zu Erstellung und Betreuung von Ausstellungen zum Thema Holocaust. Das wohl wichtigste Projekt derzeit ist jedoch der Besuch von Middle- und High-Schools in und um Reno, wo wir im Rahmen des Geschichteunterrichts Vorträge über den Holocaust und die österreichische Initiative Gedenkdienst halten. Wir haben dabei bis jetzt mit über 800 Schülern gesprochen. Unserer Wochenarbeitszeit liegt somit bei 40 bis 45 Stunden. Außerdem scheinen viele Landsleute nicht zu wissen, dass wir hier regelmäßig mit Vertretern der schärfsten Kritikergruppen der neuen Regierung zusammentreffen. Diese zeigen sich immer positiv überrascht, dass auch diese Regierung einen solchen Dienst unterstützt. Dies sind nur einige der Gründe, warum der Gedenkdienst im Ausland für Österreich Sinn macht und weit mehr ist als Gedenktafelpflege. Weitere Infos: www.unr.edu/chgps/blank.htm www.auslandsdienst.at www.gedenkdienst.at
Heinz Bösch, Austrian Gedenkdienst Intern, Reno, USA/Lustenau

Projekt Details

  • Datum 2. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2000

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