Kremstaler Rundschau – 3. Januar 2002 / Inzersdorfer leistet als Arzt Zivildienst in Peru

03.01.2002

Projekt Beschreibung

ENGAGEMENT / Medizinische Versorgung für die Armen in den Andendistrikten Inzersdorfer leistet als Arzt Zivildienst in Peru INZERSDORF, HUANCAYO / Unter schwierigen Bedingungen leistet der junge Arzt Dr. Thomas Waibel seinen Zivildienst ab. Der Inzersdorfer arbeitet in der peruanischen Andenstadt Huancayor in einem Spital. Das Krankenhaus versorgt vor allem Menschen, die keine Sozialversicherung haben. „Das ist hier in den peruanischen Andendistrikten ein Großteil der Bevölkerung, unter der große Armut herrscht“, berichtet Dr. Thomas Waibel per mail. „Ich arbeite sowohl auf den Krankenstationen wie auch in der Notfallaufnahme. Für die Kosten von Medikamenten und medizinischen Materialien sowie Untersuchungen müssen die Patienten sowie deren Familien aufkommen. Und somit bekomme ich täglich die Armut hier zu Gesicht“, schreibt der Arzt aus Inzersdorf. Er schildert einen typischen Fall: „6 Uhr morgens; ein Patient mit einer tiefen, stark blutenden Schnittwunde im Gesicht kommt in die Notaufnahme – er hat keinen festen Wohnsitz und auch kein Geld in der Tasche. Zur Lokalanästhesie steht uns noch der kleine Rest eines Lokalanästhetikums, das von einem anderen Patienten überblieb, zur Verfügung. Das ist zwar nicht ausreichend, aber die Schmerztoleranz ist hier sehr hoch – ich verfüge zum Glück noch über sterile Einmalhandschuhe, die ich aus Österreich mitgebracht habe und die für soche Fälle von mir streng gehütet werden. Der Fadenrest, der ebenfalls noch von dem anderen Patienten zur Verfügung steht, reicht aber beim besten Willen nicht aus und so nähen wir mit einem sterilisierten Baumwollfaden weiter. Ein steriler Tupfer wird zuletzt mit einem Pflaster so gut als möglich über die Naht geklebt; Verband gibt es keinen.“ Ärger mit der Finanzierung Dr. Thomas Waibel: „Wir sind dazu verpflichtet den zuständigen Behörden regelmäßig Rechenschaft über unsere Arbeit abzulegen. Umso erstaunlicher ist es daher, dass die zuständigen Stellen zwar sehr gut über die Anzahl der Dienststellen sowie der aktiven Auslandsdiener Bescheid wissen, jedoch für die Budgetplanung andere Daten heranziehen. Wir Auslandsdiener leisten unseren Dienst am Staate Österreich wie Präsenz- und Zivildiener auch. Daher erscheint es angemessen, dass unsere Arbeit gleichermaßen finanziert wird“, so der junge Inzersdorfer.

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2002

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