Kleine Zeitung – 8. Mai 2002 / Er kämpft in zwei Sprachen gegen das Vergessen an

08.05.2002

Projekt Beschreibung

Er kämpft in zwei Sprachen gegen das Vergessen an Von Hans Guggenberger Johannes Webhofer aus dem Lesachtal arbeitet im jüdischen Dokumentationszentrum in Mailand. Er übersetzt deutschsprachige Quellen in das Italienische. Seit September ist der Lesachtaler Johannes Webhofer als Gedenkdiener im jüdischen Dokumentationszentrum in Mailand beschäftigt. Das Zentrum wurde 1955 gegründet und ist heute eines der wichtigsten und umfangreichsten seiner Art in Europa. Webhofer ist in Nostra bei Birnbaum zu Hause. Seine Arbeit in Italien konzentriert sich auf die Bibliothek und die Videothek. In der Bibliothek werden über 18.000 Bücher und Zeitschriften verwahrt und in der Videothek hat das Filmmaterial bereits die 4000 Stück übertroffen. Für Webhofer gilt es, die deutschsprachigen Zeitschriften und Filme zu den Themengebieten Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg, jüdische Opfer und Judentum zu sichten und inhaltlich in italienischer Sprache zusammenzufassen. Ganz unvorbereitet kam Webhofer nicht nach Mailand. Zuerst mussten die jungen Bibliothekare, die in verschiedenen Städten Europas und in Amerika eingesetzt werden, in Krakau einen Vorbereitungskurs absolvieren. Darin enthalten war eine Exkursion ins Konzentrationslager Auschwitz. „Für mich bis jetzt das Härteste“, schildert Webhofer. Als er die Gebäude besichtigte, wurde ihm die Tragödie um Auschwitz erst richtig bewusst. Webhofer ist vom „Verein für Dienste im Ausland“, der seinen Sitz in Innsbruck hat, angestellt. Er bleibt noch bis September in Mailand. Seine Arbeit als Auslandsdiener macht er statt eines Präsenzdienstes. Der Verein hat zur Zeit 43 Auslandsdiener in Europa und Amerika eingestellt. Für den Lesachtaler ist es eine herausfordernde Arbeit: „Vor allem werden einem die Augen geöffnet, was eigentlich während der Nazizeit tatsächlich passiert ist.“

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2002

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