Kein Einlenken bei Streit um „Gedenkdienst“, Tiroler Tageszeitung

13.09.1997

Projekt Beschreibung

Kein Einlenken bei Streit um „Gedenkdienst“

INNSBRUCK (TT). Der Führungsstreit im Verein „Gedenkdienst“, einer Art Vermittlungsbörse für Zivildiener, die Dienst an einer Holocaustgedenkstätte leisten, dauert an. Der Verein ist handlungsunfähig, weil zwei Personen, der Innsbrucker Politologe Andreas Maislinger und der Wiener Student Sascha Kellner, die Obmannschaft beanspruchen. Bei einem Krisengipfel im Innenministerium wurde nun beschlossen, jenen 18 Zivildienern, die derzeit an Gedenkstätten eingesetzt sind, „möglichst rasch“ zu helfen: durch ein Konto, für das Maislinger und Kellner zeichnungsberechtigt sind. Weitere Zivildiener darf der Verein vorerst nicht entsenden. Das eigentliche Vereinsziel kann also nicht erfüllt werden. Kellner war bei einer Generalversammlung im Mai zum neuen Obmann gewählt worden, Maislinger hatte bei der Vereinsbehörde dagegen berufen. Das Innenministerium überwies ob der unklaren Vereinsführung keine Beiträge mehr an den Verein. Aufgrund ausbleibender Zahlungen wendete sich schließlich ein in Tel Aviv stationierter Zivildiener, der sich als Tellerwäscher verdingen mußte, an den Volksanwalt Horst Schender. Maislinger erklärte am Freitag, daß er sich das von ihm gegründete Projekt keinesfalls „wegnehmen lassen“ wolle. Er sei nach wie vor Obmann des Vereins, auch wenn das von seinen Gegnern bestritten werde: „Die Jungen wollen sich eine bekannte Einrichtung, die ich aufgebaut habe, einfach aneignen.“ Die Gruppe um den zweiten Obmann, Sascha Kellner, will bei einer weiteren Generalversammlung die Obmannwahl wiederholen.

Projekt Details

  • Datum 27. August 2016
  • Tags Pressearchiv 1997

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