Junge Botschafter Österreichs, Tiroler Tageszeitung

07.01.2003

Projekt Beschreibung

Junge Botschafter Österreichs

Junge Tiroler arbeiten für Sozial-, Gedenk- und Friedensprojekte in der ganzen Welt und sind Botschafter Österreichs in der Ferne.

Von Christian Jentsch

INNSBRUCK. Jenseits der Grenzen: Anfang Februar wagt der 24-jährige Manuel Welsch aus Völs den Sprung in eine fremde Welt jenseits unseres Horizontes. Sein Ziel: Uganda in Ostafrika. In kleinen Dörfern auf dem Land wird er als Mitarbeiter der Diözese Kabale mithelfen, die Wasserversorgung aufzubauen. „Hier kann ich mein im Studium erworbenes Wissen auf sinnvolle Art praktisch einsetzen und habe die Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln“, freut sich der studierte Bauingenieur schon auf seinen Einsatz. Die Fremde hautnah, sozusagen.

14 Monate Dienst

Manuel Welsch wird am 1. Februar seinen Zivildienst antreten. Im Ausland. Seit 1992 gibt es für junge Österreicher die Möglichkeit, den Zivildienst durch einen 14 Monate dauernden Ersatzdienst im Ausland abzuleisten. Am 1. September 1992 trat der Tiroler Georg Mayer als erster österreichischer Gedenkdiener seinen Dienst im Museum von Ausschwitz-Birkenau an. Inzwwischen gibt es neben dem Gedenkdienst auch den Sozialdienst, bei dem die Auslandsdiener in Sozialprojekten mitarbeiten, und den Friedensdienst. Rund 20 vom Innenministerium anerkannte Trägervereine betreuen die knapp 500 verschiedenen Dienststellen in der ganzen Welt. Einer von ihnen ist der vom Innsbrucker Politologen Andreas Maislinger 1998 gegründete „Verein für Dienste im Ausland“. Der Innsbrucker Verein arbeitet mit Partnerorganisationen in 27 verschiedenen Ländern – von Israel über Kanada bis hin nach Indien und China – zusammen und bietet 57 Einsatzstellen für den Gedenk-, Frieden- und Sozialdienst an. Vom Holocaust Memorial Center in West-Bloomfield in den USA bis hin zum SOS-Kinderdorf in Qiqhar in China, wo sich sehr enge Kontakte ergeben haben. Überall dort ist das Wissen und der Einsatz der Auslandsdiener gefragt.

Verantwortung

„Junge Österreicher haben die Möglichkeit, Verantwortung gegenüber der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu übernehmen“, erklärt Maislinger, der sich schon vor über 20 Jahren für die Anerkennung des Gedenkdienstes eingesetzt hat. In diesem Jahr entsendet der Innsbrucker Verein 30 Auslandsdiener in die große weite Welt, wobei 15 vom Bund über einen vom Innenministerium ausgelagerten Förderverein finanziert werden. Ein Auslandsdiener erhält, wenn er vom Förderverein bezahlt wird, 10000 Euro. Ein relativ knappes Budget für 14 Monate. Die restlichen 15 Stellen bezahlen private Sponsoren, die Partnerorganisationen oder die Auslandsdiener selbst.

Nur rund drei Prozent

Der Auslandsdienst hat sich inzwischen etabliert, auch wenn nur rund drei Prozent der Zivildiener ins Ausland gehen. Doch für Maislinger lässt die politische Unterstützung zu wünschen übrig: „Es fehlt an Transparenz, Gesprächsbereitschaft und Wertschätzung.“ Da der Zivildienst zur Zeit boomt und die Stellen in Österreich bereits knapp werden, könnten laut Maislinger viel mehr junge Leute ins Ausland geschickt werden. Für die jungen Auslandsdiner jedenfalls zählt in erster Linie die Erfahrung. „Hier kann ich mich auf andere Kulturen einlasse, Sprachen lernen und mein Wissen einbringen“, erzählt der 28-jährige Ökologiestudent Klaus Auffinger, der im Rahmen seines Sozialdienstes bei einem Umweltschutzprojekt in Costa Rica mitarbeiten wird.

Weitere Informationen journal.tirol.com/szene

Projekt Details

  • Datum 16. Dezember 2015
  • Tags Pressearchiv 2003

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