Jüdisches Museum Wien – 5. Juni bis 13. August 2002 / Ausstellung: Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht?

05.06.2002

Projekt Beschreibung

Ausstellung: Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erfoscht? Zivildienst in New York Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Wien in Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institute New York, dem Verein Gedenkdienst Wien und dem Österreichischen Nationalfonds Jüdisches Museum Wien, 5. Juni 2002 bis 13. Oktober 2002 Leo Baeck Institute New York, 27. Mai bis September 2002 Seit mehr als sechs Jahren treffen junge Österreicher im Rahmen der Organisation Gedenkdienst auf österreichische Emigranten in New York. Die Zivildiener sammeln Lebensgeschichten und -daten der Emigranten im Leo Baeck Institute, bewahren ihre historischen Dokumente, führen mit ihnen Interviews durch, und (was wohl das wichtigste ist) erneuern mit diesen Begegnungen einen Dialog, der 1938 gewaltsam von österreichischen Nationalsozialisten unterbrochen wurde. Die Begegnungen der Gedenkdienstleistenden mit den Emigranten sind das zentrale Thema der Ausstellung. Durch die Interviews und Dokumente werden diese jungen Österreicher gemeinsam mit den Emigranten vorgestellt. Die Besucher erfahren nicht nur über die Lebensgeschichten und Lebensgewohnheiten der Emigranten oder über ihre aufrechte oder unterbrochene Beziehung zu Österreich. Sie erfahren auch, warum 60 Jahre nach dem Holocaust junge Österreicher auf die Idee kommen, ältere, einst aus Österreich geflüchtete Menschen zu ihrem Lebensweg zu befragen. Die Ausstellung berichtet auch über die emotionalen Stresssituationen, in denen sich sowohl die jungen Interviewer als auch die älteren Menschen in diesen Treffen wiederfinden. Teil des Konzeptes ist es, auch die Besucher als Dialogpartner zu gewinnen: So können sich die Menschen in der Ausstellung selbst in die Rolle der Fragenden und der Antwortsuchenden begeben und so ihre persönliche Geschichte wie auch die Geschichte ihrer Familie hinterfragen. Entsprechend der alten und neuen Heimat der Emigranten wird die Ausstellung zeitgleich in Wien im Jüdischen Museum und in New York in der Galerie des Leo Baeck Institute stattfinden. Die Besucher beider Ausstellungen haben die Möglichkeit, via neuer Medien auch miteinander in Kontakt zu treten, wodurch sich der Dialog in der Gegenwart fortsetzt. Die Ausstellung ist die erstmalige Veröffentlichung der Austrian Heritage Collection, jener einzigartigen Sammlung am New Yorker Leo Baeck Institute, die oral history und das Sammeln von persönlichen Gegenständen und Dokumenten miteinander verbindet. Die Ausstellung und der in deutscher und englischer Sprache erscheinende Katalog sollen sowohl ein breiteres Publikum als auch Zeithistoriker anregen, sich mit den gesammelten Daten genauer auseinander zu setzen.

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2002

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