Jeden Abend ein Friedensmarsch für Tibet, Der Standard

20.03.2008

Projekt Beschreibung

Jeden Abend ein Friedensmarsch für Tibet
Dharamsala/Wien – „Jeden Abend findet ein Friedensmarsch statt, welcher die Straßen Dharamsalas in ein Lichtmeer verwandelt“, berichtet der Österreicher Bernhard Siquans von den Protesten gegen die Unruhen in Tibet im indischen Exil des Dalai Lama. Wutentbrannte Mönche mit geballten Fäusten hat der Zivildiener noch nicht gesehen, stattdessen liest er in den Gesichtern der Menschen eher „Trauer und Betroffenheit“, aber auch „Hoffnung, dass die Internationale Gemeinschaft auf die Menschenrechtslage in Tibet aufmerksam wird“, erzählt er dem Standard. Im Schatten der schneebedeckten Dhauladhar, der ersten hohen Kette der Himalayaberge, liegt McLeod Ganji, ein Stadtteil von Dharamsala im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Seit 1959 ist die Stadt für den Dalai Lama und mehrere tausend andere Exil-Tibeter zur Heimat geworden. Siquans lebt seit Februar 2008 in McLeod Ganji. Er absolviert im tibetischen Wohlfahrtsbüro seinen Auslandszivildienst und arbeitet für ein Umweltprojekt. Im Juli 2007 fuhr Siquans nach Indien, um das Umweltausbildungsprojekt auf Schiene zu bringen, jetzt ist er Projektleiter. „Ich interessiere mich seit langem für Umweltschutz und wollte immer nach Indien fahren, um mich in eine völlig andere Kultur zu vertiefen. Hier zu arbeiten finde ich fazinierend.“ Ziel des Projektes sei nicht nur, das Umweltbewusstsein zu stärken, sondern auch auf eines der durchdachtesten Abfallbeseitigungssysteme Indiens zu verweisen, sagt der 20-jährige Zivi. Ab nun wird jedes Jahr ein junger Österreicher in den Himalaya reisen, um das Umweltausbildungsprogramm zu betreuen. Die Erfahrung wäre für Siquans allein schon spannend genug, doch nun bekommt er auch die Auswirkungen der jüngsten Unruhen in Tibet zu spüren. Da er nur einige hundert Meter vom Tempel des Dalai Lama entfernt wohne, erlebe er jede Demonstration hautnah mit. „Der größte Unterschied zwischen der Lage in McLeod Ganji und der internationalen Berichterstattung liegt in der Wahrnehmung des Dalai Lama und seiner Äußerungen“, sagt Siquans. Der Dalai Lamaverurteile Gewalt auf das Schärfste. Elizabeth Assmann/DER STANDARD, Printausgabe, 20.3.2008

Projekt Details

  • Datum 7. Januar 2016
  • Tags Pressearchiv 2008

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