Im Dienste einer guten Sache, Tiroler Tageszeitung

13.01.2005

Projekt Beschreibung

Im Dienste einer guten Sache

Ein Aufenthalt in einem Krisengebiet verändert vermutlich jeden. Ein solcher Hilfseinsatz erfordert nicht nur Mut, sondern auch Reife.

Von BARBARA HOLAS

INNSBRUCK. Zivildiener in Österreich leisten überaus wichtige Arbeit für die Gesellschaft. Sie entscheiden sich manchmal aus ideologischen Gründen gegen den Militärdienst. Vielen sagt der direkte Umgang mit Hilfsbedürftigen mehr zu.

Dass es zum Heeresdienst und zum Zivildienst auch noch eine andere Alternative gibt, ist allerdings weitläufig unbekannt. 14 Monate, also zwei Monate länger als der übliche Zivildienst, dauert ein Einsatz in einem Krisengebiet für jene, die ihren sozialen Dienst im Ausland leisten möchten.

Straßenkinder in Indien, Bürgerkriegsflüchtlinge in Costa Rica – sie alle benötigen Unterstützung von außen. Jeder Interessierte sollte im Vorfeld mit Trägerorganisationen, wie zum Beispiel auslandsdienst.at, in Kontakt treten. Dort können Informationen über den gewünschten Einsatzort eingeholt werden. Im Bundesministerium für Inneres muss schließlich ein informeller Antrag um Bewilligung gestellt werden.

„Wir haben Projektteilnehmer auf der ganzen Welt verstreut“, berichtet der Vorsitzende der Organisation, Andreas Maislinger. Finanzielle Unterstützung bekommen nur jene, die tatsächlich ihren Zivildienst abzuleisten hätten. Sie erhalten eine maximale Summe von 10.000 Euro für die 14 Monate. Freiwillige erhalten keine Zuschüsse. „Manchmal sind die betreffenden Einrichtungen zur Bezahlung eines Taschengeldbetrags bereit“, erklärt Maislinger. „Leute, die meinen, der Auslandsdienst sei ein gratis Urlaub, haben sich geschnitten. Sie müssen sich dort meist allein durchschlagen, sollten auch die Sprache sprechen und es muss ihnen etwas an den Menschen dort liegen“, warnt er.

Der Bundessprecher von auslandsdienst.at, Klaus Lukaschek, erklärt die Rahmenbedingungen: „Jeder Interessent muss sich im Klaren sein, dass ein Sozialdienst im Ausland eine finanzielle Einschränkung bedeutet. Viele planen den Einsatz vor oder während des Studiums. Es kann aber auch zu einem längeren Aufschub kommen.“ Sein Kollege Bastian Oppl legt viel Wert auf die Vernetzung der Trägerorganisation: „Wertvolle Tipps werden unter den Dienstleistenden ausgetauscht.“

Projekt Details

  • Datum 16. Dezember 2015
  • Tags Pressearchiv 2005

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