Hitlers Geburtshaus wird abgerissen, Der Spiegel

17.10.2016

Projekt Beschreibung

Braunau am Inn in Österreich Hitlers Geburtshaus wird abgerissen

Immer wieder reisen Neonazis aus ganz Europa zu Adolf Hitlers Geburtsstätte in Braunau am Inn. Nach einem jahrelangen Streit steht nun fest: Das alte Gebäude wird abgerissen.

Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn
AP
Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn
Montag, 17.10.2016   19:13 Uhr
Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn soll es schon bald nicht mehr geben. An der Stelle des alten Gebäudes werde ein Neubau errichtet, sagte Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka der Zeitung „Die Presse“. „Die Kellerplatte kann bleiben, aber es wird ein neues Gebäude errichtet.“ Er folge damit einer Empfehlung einer Expertenkommission, sagte der Politiker der konservativen ÖVP. Das neue Gebäude solle von einer sozialen Einrichtung oder von Behörden genutzt werden. „Es wird keinen Wiedererkennungswert haben“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Sobotka hatte bereits im Sommer für den Abriss des leerstehenden Hauses plädiert. „Für mich wäre ein Schleifen“, so Sobotka im ORF, „die sauberste Lösung.“ Das Haus war in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Neonazis aus Europa, die an dieser Stelle Erinnerungsfotos schossen. Österreich will verhindern, dass das Haus zu einer „Pilger- und Gedenkstätte“ für Neonazis wird.
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Streit in Braunau: Kneipe, Schule, Hitlerhaus
Das Haus mit der Adresse Salzburger Vorstadt 15, Ecke Schmiedgasse, befindet sich seit den Fünfzigerjahren in Privatbesitz. Jahrelang hatte die Regierung mit der Eigentümerin über die Nutzung des Gebäudes verhandelt – doch ohne Erfolg. Daraufhin kündigte das Innenministerium an, dass es die Eigentümerin enteignen wolle. Sobotka kündigte nun an, er wolle nun die von der Regierung beschlossene Enteignung des Hauses vom Parlament absegnen lassen. Zuletzt war immer wieder erörtert worden, ob Denkmalschutzauflagen – das gesamte Ensemble der sogenannten Salzburger Vorstadt in Braunau ist geschützt – einen Abriss verhindern könnten.
brk/dpa

Projekt Details

  • Datum 18. Oktober 2016
  • Tags Pressearchiv 2016

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