Hitler-Haus soll internationale Begegnungsstätte werden, Oberösterreichische Nachrichten

Projekt Beschreibung

Oberösterreichische Nachrichten 10. Februar 2000
Hitler-Haus soll internationale Begegnungsstätte werden BRAUNAU. Da die Innviertler Grenzstadt Braunau als Geburtsort von Adolf Hitler unter permanenter kritischer „Auslandsbeobachtung“ steht, will die Gemeinde jetzt ein Zeichen setzen. Anfang der Woche unterschrieben alle Fraktionen und der Verein für Zeitgeschichte eine gemeinsame Erklärung. Die ursprüngliche Idee dafür kam von privater Seite. Der nun einstimmig gebilligte Fahrplan stammt jedoch von SP-Bürgermeister Gerhard Skiba. Er schlug, bewegt vom „unerwünschten Erbe“ und der „momentanen Situation Österreichs“, vor, alles zu unternehmen, um das Hitler-Haus in der Salzburger Vorstadt in Braunau in den Besitz der öffentlichen Hand zu bringen. Das Gebäude, vor dem seit Jahren ein aus Mauthausener Stein gemeißeltes Mahnmal gegen Faschismus angebracht ist, gehört einer Privatperson. Nach dem Willen der vier Braunauer Gemeinderatsfraktionen und des Vereins für Zeitgeschichte soll im Hitler-Haus eine internationale Stätte der Begegnung und der Versöhnung eingerichtet werden. Man will damit – so steht es in der gemeinsamen Erklärung, und auch Bürgermeister Gerhard Skiba betont das ausdrücklich – Tendenzen wie Antisemitismus und Rassismus begegnen. Um den richtungweisenden Plan realisieren zu können, bedarf es allerdings zahlreicher Mitstreiter. Die Unterzeichner der Erklärung laden deshalb die Bundesregierung dazu ein, gemeinsam mit den Initiatoren den Kauf des Hitler-Hauses zu ermöglichen und somit ein Zeichen für Österreich und die ganze Welt zu setzen. Skiba: „Insbesondere werden wir natürlich auch den Innenminister und den Landeshauptmann einladen und versuchen, alles auf eine möglichst breite Basis zu stellen.“ Eine tragende Säule soll auch die Bevölkerung sein. Um ihren Rückhalt und ihre Zustimmung für den ehrgeizigen Plan einer internationalen Stätte der Begegnung und der Versöhnung will man sich besonders bemühen. Laut Skiba werde damit bereits nächsten Mittwoch, dem traditionellen Markttag, begonnen. Vorgesehen sei das Sammeln von möglichst vielen Unterschriften. Zudem will Skiba einen alten Plan wieder ausgraben. Dieser sah bereits vor Jahren vor, eine Art Zeitgeschichtszentrum zu verwirklichen. „Mit dem Hitler-Haus und dem leerstehenden nahegelegenen alten Kino könnte sich das durchaus machen lassen.“ Jedenfalls will der Braunauer Stadtchef am 9. März entsprechende Pläne vorlegen. An diesem Tag soll, so Bürgermeister Gerhard Skiba, eine internationale Pressekonferenz zum Thema „Begegnungsstätte im Geburtshaus Adolf Hitlers“ abgehalten werden

Projekt Details

  • Datum 2. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2000

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