Hilferuf der Auslandszivildiener, Kurier

25.10.2001

Projekt Beschreibung

Kurier 25. Oktober 2001 Chronik 
Hilferuf der Auslandszivildiener 36 junge Österreicher, die ihren Zivilersatzdienst (14 Monate) im Ausland ableisten, haben seit Dienstantritt am 2. Jänner 2001 keinen Groschen Geld zum Leben angewiesen bekommen. Diese teilweise in Not geratenen Österreicher sind, laut Innenministerium vom Verein für „Dienste im Ausland“ rund um den Globus bei Sozialprojekten, Denkmalpflege und Mahnwachen engagiert. Eltern besorgt An Gedenkstätten in Europa und den USA, helfen diese Männer ebenso wie bei Sozialprojekten in Peru, Guatemala, Pakistan, Costa Rica, Brasilien, China, Uganda, Nicaragua, Kenia, Indien oder Rumänien. Ohne Geld aus der Heimat fehlt es an Nahrung und Medikamenten – der Auslandsdienst wird zum Überlebenskampf. Besorgte Eltern schlugen nach schriftlichen Hilferufen ihrer Söhne jetzt im Innenressort Alarm. Vorerst zeigte sich das Ministerium für diese Zivis nicht mehr verantwortlich. Sektionschef Helmuth Prugger erklärt: „Seit der Zivildienstreform mit Jahresbeginn wurden für die Auslandsdienste Vereine gegründet. Diese bekommen Geld und tragen für Organisation und die Sicherheit der Leute zur Gänze die Verantwortung.“ “Ohne Geld geht das nicht“ Die würde auch der Innsbrucker Politologe und Gründer des Vereins „Dienste im Ausland“, Andreas Maislinger, gerne übernehmen: „Doch ohne Geld geht das nicht. Mir wurde noch im November 2000 im Innenministerium das Geld für die Zivis garantiert. Ich habe dafür Zeugen. Das würde ich auch vor Gericht bestätigen.“ Auf Grund dieser Zusage – sie wird von hohen Beamten dementiert – schickte Maislinger die Zivis in den Einsatz. Jetzt werden die Verträge geprüft. Klaudia Wallner vom Innenministerium: „Eine besorgte Mutter hat uns die Verträge geschickt. Die Männer mussten drei Monate Sozialversicherungsbeitrag vorstrecken. Es steht sogar drin, dass sie im Ausland nicht mit Geld rechnen dürfen.“ Über das Außenamt wurden die Botschaften informiert, dass österreichische Zivildiener um finanzielle Hilfe bitten könnten. In den USA eingesetzte Zivis kündigten Maislinger bereits den Abbruch ihres Auslandsdienstes an. Links dazu: auslandsdienst.at Zivildienst.at Zum Thema: Auslands-Zivildienst: 14 statt 12 Monate Einsatzorte Dieser Ersatz des Zivildienstes kann seit 1992 abgeleistet werden. Vereine organisieren die Entsendung von rund 90 Zivis pro Jahr. Die jungen Männer versehen ihren 14 monatigen Gedenk-, Friedens- oder Sozialdienst auf allen Kontinenten – etwa bei der Yad-Vashem-Gedenkstätte in Jerusalem, in einem SOS-Kinderdorf in Pakistan, bei der Betreuung von Straßenkindern in Buenos Aires, im Simon-Wiesenthal-Center in Los Angeles, im jüdischen Altenheim in Oslo und bei Holocaust-Gedenkstätten. Bis dato gibt es mehr Anmeldungen als Plätze Michael Berger

Projekt Details

  • Datum 3. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2001

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