Gegen das Verdrängen, KirchenZeitung

11.06.2013

Projekt Beschreibung

KirchenZeitung, 11.06.2013 Gegen das Verdrängen   Diese Woche vergab die Stadt Wien erstmals den Leon Zelman Preis für Dialog und Verständigung. Adalbert Wagner nahm ihn für den „Gedenkdienst“ in Empfang.
Mit dem von ihm mitbegründeten Jewish Welcome Service hat Leon Zelman Tausende vertriebener Jüdinnen und Juden aus Österreich zu einem Wien-Besuch eingeladen – und damit einen neuen Steg über oft schmerzhaft abgebrochene Brücken geschlagen. In dieser Tradition steht auch der Verein Gedenkdienst. Seit 20 Jahren ermöglicht er jungen Österreicher/-innen an Gedenkstätten und Museen daran mitzuarbeiten, dass das Schicksal der in der NS-Zeit vertriebenen und vernichteten jüdischen Mitbürger/innen nicht verloren geht.
Gedenkdienende arbeiten in der wissenschaftlichen Aufbereitung (Archivrecherche etc.), bei der Gestaltung von Ausstellungen und der pädagogischen Vermittlung mit. In den USA haben sie Tausende österreichischer Emigrant/innen über ihr Schicksal befragt und eine einmalige Dokumentation angelegt.
Weiter tragen
Vor fünf Jahren ging Adalbert (Berti) Wagner als Gedenkdiener ans Jüdische Museum in Vilnius (Litauen). Vieles, was er da in Archiven fand und im Gespräch mit Holocaust-Überlebenden bzw. deren Kindern erfuhr, habe ihn erschüttert; der damals 19-Jährige beschloss, sich nach seiner Rückkehr in Österreich dafür einzusetzen, dass die NS-Tyrannei und der von ihr angezettelte Vernichtungsfeldzug gegen Juden sowie Roma und Sinti nicht vergessen werden. Gedenkdienst sieht er als Netzwerk engagierter Leute aus den Bereichen der Pädagogik, der Wissenschaft und der politisch interessierten Zivilgesellschaft, das dieses Vermächtnis weiterträgt. Seit 2010 ist Wagner (23) ehrenamtlicher Obmann des Vereins Gedenkdienst.
Autor/in:  Hans Baumgartner

Projekt Details

  • Datum 6. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2013

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