Gedenkdienst: Maislinger Ehrenritter, orf.at

03.10.2012

Projekt Beschreibung

orf.at, 03.10.2012

Gedenkdienst: Maislinger Ehrenritter

Der Politikwissenschafter Andreas Maislinger aus St. Georgen (Flachgau) ist vom französischen Staatspräsidenten François Hollande zum Ehrenritter ernannt worden. Maislinger ist Gründer des Gedenkdienstes, bei dem junge Österreicher bei Holocaust-Gedenkstätten im Ausland ihren Zivildienst ableisten.

Maislinger lebt in Innsbruck und erhielt Dienstagabend in der französischen Botschaft in Wien diesen sehr hohen Verdienstorden, die zweithöchste Auszeichnung des französischen Staates – nach den „Rittern der Ehrenlegion“. Maislinger ist nun Ehrenritter Frankreichs: „Chevalier dans l`Ordre national du Meritè“.

Harter Weg gegen Ewiggestrige

Der Politikwissenschafter, Journalist und Kulturmanager gründete – nach vielen Widerständen und Protesten aus „nationalkonservativen“ Kreisen bzw. Kreisen ehemaliger Nationalsozialisten und österreichischen Kriegsveteranen von Hitlers SS und Wehrmacht – vor 20 Jahren den offiziellen Auslandsgedenkdienst der Republik für wehrpflichtige Österreicher. Die jungen Männer können dabei an ausländischen Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus und entsprechenden Museen ihren Zivildienst ableisten und damit auch dem internationalen Ansehen Österreichs dienen.
Andreas Maislinger Politikwissenschaft zum französischen Ehrenritter ernannt

Jörg Reitmaier / Österreichischer Auslandsdienst

Maislinger mit seinem französischen Ritterorden und dem neuen Buch über 20 Jahre Gedenkdienst für die Opfer des NS-Regimes

Selten an Nicht-Franzosen vergeben

Stellvertretend für Frankreichs Staatspräsident François Hollande hat der französische Botschafter in Wien, Stéphane Gompertz, die Ehrung vorgenommen. Sie wird nur in Ausnahmefällen an Nicht-Franzosen vergeben. In seiner Festrede würdigte Gompertz besonders die insgesamt 35-jährigen Bemühungen Maislingers für den österreichischen Gedenkdienst, den dieser „nach jahrzehntelangem Kampf trotz politischer Widerstände realisieren und mit einigen Unterstützern zu einem beispiellosen Erfolgsprogramm entwickeln konnte“.

Auftakt für den Dienst 1992 in Auschwitz

Lagergelände im KZ Auschwitz-Birkenau

Gerald Lehner

Reste von Himmlers Baracken – entworfen von der SS ursprünglich als Ställe für Pferde – in Auschwitz-Birkenau für Hunderttausende Häftlinge und Mordopfer aus ganz Europa und anderen Erdteilen. Am riesigen Standort Birkenau wurden ca. 1,1 Millionen Menschen mit industriellen Methoden ermordet, im kleineren „Stammlager“ Auschwitz I ca. 70.000

Der erste Gedenkdiener aus Österreich hatte seine Arbeit am 1. September 1992 im Museum Auschwitz-Birkenau begonnen. Zum 20. Geburtstag des Zivilersatzdienstes im Ausland haben aufgrund der Initiative von Andreas Maislinger bereits mehr als 1.600 junge Österreicher Gedenkdienst, Sozialdienst oder Friedensdienst an Einsatzstellen rund um den Erdball geleistet. Die Einsatzmöglichkeiten wurden über den zeithistorischen Bereich erweitert bis hin zur Flüchtlingshilfe in Krisengebieten.
Schuhe von Mordopfern der Nazis, ausgestellt im KZ Stammlager Auschwitz 1

Gerald Lehner

Depot der SS mit Schuhen von vergasten Häftlingen in Auschwitz-Birkenau – heute ausgestellt im Museum des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz I. Ähnliche Depots gibt es mit Tonnen von menschlichen Haaren der Opfer, die von der SS zu Lodenstoffen für warme Bekleidung von U-Boot-Besatzungen und Soldaten der „Wehrmacht“ verarbeitet wurden

Anlässlich des Jubiläums des Gedenkdienstes gibt es auch ein neues Buch: „Heimweh nach der Welt – 20 Jahre Auslandsdienst“. Dieses wurde bei Ehrung Maislingers in der französischen Botschaft in Wien erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Links:

  Link: http://salzburg.orf.at/news/stories/2552931/

Projekt Details

  • Datum 12. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2012

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