Gedenkdiener warten auf Geld, Der Standard

23.07.2001

Projekt Beschreibung

Der Standard 23. Juli 2001 Gedenkdiener warten auf Geld Innenminiterium verspricht aber, noch im Juli zu überweisen STANDARD-Mitarbeiter Andreas Tröscher Wien – Die Zivildiener, die seit Beginn des Jahres für Österreich im Ausland Gedenk-, Sozial- oder Friedensdienst leisten, müssen weiter auf ihr Geld warten. Das Ergebnis der ersten offiziellen Sitzung des kürzlich konstituierten „Auslandsdienst-Fördervereins“, dem sowohl das Innenministerium als auch die Länder Ober- und Niederösterreich angehören, gibt nun allerdings Hoffnung auf eine baldige Lösung des Finanzierungsproblems. „Wir haben seitens des Innenministeriums eine Zusage, dass noch im Juli 10.000 Euro pro Zivildienstpflichtigen überwiesen werden“, sagt der Gründer des Auslandsdienstes, Andreas Maislinger, im Gespräch mit dem STANDARD. In einem Schreiben des Fördervereins an die Trägerorganisationen wurden diese nun aufgefordert, bis 27. Juli die Anzahl der Auslands-Zivis für das Jahr 2001 und bis 14. September jene für 2002 bekannt zu geben. Vorfinanzierung nötig Helmut Prugger, Sektionschef im Innenministerium und Vorsitzender des Fördervereins, zeigt sich mit den Resultaten der ersten Sitzung zufrieden: „Die grundsätzlichen Sorgen über den Weiterbestand des Auslandsdienstes konnten zerstreut werden.“ Zum Vorwurf, die Zivis müssten sich seit 2. Jänner ihren Auslandsaufenthalt selbst vorfinanzieren, meint Prugger im Gespräch mit dem STANDARD: „Wenn sie bis jetzt nichts bekommen haben, dann liegt das sicher nicht an uns.“ Scharfe Kritik an Innenminister Ernst Strasser übt nach wie vor die grüne Zivildienstsprecherin Theresia Haidlmayr: „Es ist ein Skandal für Österreich, wie man diese engagierten jungen Leute behandelt. Strasser scheinen die Auslandsdiener völlig wurscht zu sein.“ Theresia Haidlmayr brachte diesbezüglich eine parlamentarische Anfrage ein, um endlich Licht ins Finanzierungsdunkel zu bringen. Eine „starke Beteiligung“ des Außenministeriums am Förderverein wünscht sich Auslandsdienst-Gründer Andreas Maislinger, holte sich jedoch aus dem Büro von Ministerin Benita Ferrero-Waldner prompt eine Abfuhr. Ein Mitwirken sei deshalb nicht möglich, weil der Bund bereits durch das Innenministerium vertreten sei, so eine Sprecherin. Maislinger: „Dieses Argument ist nicht stichhaltig, weil die Auslandsdiener de facto der jeweiligen österreichischen Botschaft unterstehen. Und diese haben immer wieder betont, wie wichtig Gedenk-, Sozial- oder Friedensdienst für unser Land ist.“

Projekt Details

  • Datum 4. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2001

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