Gedenkdiener im Ausland sehen endlich Geld, Oberösterreichische Nachrichten

14.11.1997

Projekt Beschreibung

Gedenkdiener im Ausland sehen endlich Geld

WIEN. Nach wie vor nicht beigelegt ist der interne Machtkampf im „Verein Gedenkdienst“. Die Leidtragenden sind jene Jugendlichen, die im Ausland Dienst leisten. Immerhin rückt das Innenministerium spät, aber doch Geld heraus. Dieser Tage sei die Überweisung erfolgt, kann Michael Zink aus dem Büro des Innenministers Vollzugsmeldung erstatten. Damit werden die derzeitigen Gedenkdiener, 16 an der Zahl, endlich entschädigt. Das heißt, ein wenig könnte es noch dauern. Denn die Entschädigungen wurden an das Außenministerium überwiesen, das sie wiederum an die Botschaften weiterleiten muß, bei denen sie die Gedenkdiener beheben könen. In diesen Tagen oder demnächst. Hinter soviel Bürokratie verbirgt sich Vorsicht. Seit etwa einem halben Jahr steht die Republik den Gendenkdienern merklich distanziert gegenüber, was mit den anhaltenden Turbulenzen im „Verein Gedenkdienst“ zu tun hat. Nach einer Kampfabstimmung ist nicht geklärt, wer dort nun das Sagen hat. Der damals gekürte Vorstand mit dem Studenten Sascha Kellner als Obmann wird von der Vereinsbehörde – und damit von den Ministerien – ebensowenig anerkannt wie der vorherige unter dem Innsbrucker Politikwissenschafter Andreas Maislinger. Somit ist niemand zeichnungsberechtigt, ruhen die Vereinsgeschäfte. „Eine gute Sache, die an sich auch gut funktioniert“, beurteilt Ministersekretär Zink den Gedenkdienst grundsätzlich positiv. Im Moment gebe es jedoch keinen zeichnungsberechtigten Vorstand: „Er muß es schaffen, die alten Subventionen abzurechnen.“ Bis dato wartet das Innenministerium auf Belege für die Zahlungen an den 96er Jahrgang. Ex-Obmann Maislinger will nun den Kampf um die Vorherrschaft in dem von ihm gegründeten Verein aufgeben: „Die Sache ist für mich gelaufen. Das einzige, was ich mir nicht wegnehmen lasse, ist der Begriff ,Gedenkdienst`.“ Mit einem neuen Verein will Maislinger die im In- wie im Ausland anerkannte Arbeit fortsetzen. Das Interesse sei enorm, berichtet Maislinger und „eigentlich eine kleine Sensation“. Rund 120 junge Menschen wollen ab Mitte nächsten Jahres Gedenkdienst leisten.

Projekt Details

  • Datum 27. August 2016
  • Tags Pressearchiv 1997

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