Gastgeber Österreich, Märkische Allgemeine

11.12.2012

Projekt Beschreibung

Gastgeber Österreich

Benefiz-Veranstaltung für die Mahn-und Gedenkstätte Ravensbrück

BERLIN/RAVENSBRÜCK – Botschafter Ralph Scheide erinnerte in seiner Einführungsrede an österreichische Juden, Sinti und Roma aus dem Burgenland sowie Slowenen aus Kärnten, die aufgrund der verbrecherischen NS-Rassentheorien verschleppt und ermordet wurden. Seit August arbeitet der so genannte Gedenkdiener Florian Jordan aus Wien in Ravensbrück. Er ist 19 Jahre alt und hat in seiner Heimatstadt das Abitur gemacht. Der Verein Gedenkdienst entsendet als österreichische Einrichtung junge Freiwillige an Gedenkstätten.

Eine gebürtige Wienerin und Überlebende des Konzentrationslagers am Schwedtsee saß in der ersten Reihe des gut gefüllten Saals: die ehemalige Widerstandskämpferin Elisabeth Jäger. Erst sechzehnjährig wurde sie 1941 von der Gestapo zusammen mit ihrer Mutter verhaftet. Nach einer dreijährigen Gefängnisstrafe deportierten die Nationalsozialisten Elisabeth Jäger nach Ravensbrück ins Konzentrationslager. Im Frühjahr 1945 konnte sie vom Todesmarsch fliehen. 1950 ging sie mit ihrem Mann Martin Jäger in die DDR und arbeitete als Journalistin. In den Dreißigern hatte Martin Jäger seine Kühe verkauft, um eine Fahrkarte nach Spanien zu erwerben. Dort nahm der Tiroler Sozialist am Bürgerkrieg teil. Der berühmte Schriftsteller Egon Erwin Kisch verwendete Martin Jägers Geschichte als Vorlage für die Novelle „Die drei Kühe“.

Ein ungewöhnliches Projekt stellte die Literaturwissenschaftlerin und Sängerin Constanze Jaiser vor. „Ein Schmuggelfund aus dem KZ – Erinnerung, Kunst und Menschenwürde“ ist der Titel einer Materialsammlung für Schulen. Sie besteht aus CD, Faksimile von historischen Quellen und einem Buch. An dem Projekt war auch Jascha Pampuch als Autor beteiligt. Die Arbeit wurde mit dem Anneliese-Wagner-Preis ausgezeichnet. Ebenfalls preiswürdig ist das Projekt von Ulrike Maschner. Sie hat sich in ihrer Heimatstadt Neubrandenburg auf die Suche begeben nach den kaum mehr vorhandenen Spuren eines Außenlagers von Ravensbrück. „Ein Loch, aus dem uns niemand herausholen wird“, wie die Häftlinge einst sagten.

Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach wies in ihrem Jahresrückblick auf eine erschütternde Entdeckung hin: Bei Kanalisationsarbeiten kam im Oktober ein bisher unbekanntes Aschefeld zu Tage. Nach der wissenschaftlichen Dokumentation wurde das Areal zur Grabstätte geweiht. Derzeit arbeiten Historiker mit Hochdruck an der neuen Dauerausstellung.

Schließlich stellte Peter Plieninger, Vorsitzender des Internationalen Freundeskreises, die Figur die „Tragende“ vor, früher auch ungenau als „Piéta von Ravensbrück“ bezeichnet. Die Skulptur steht auf einem hohen Sockel am See. Damit man der Plastik in Augenhöhe begegnen kann, soll ein Modell aus der Hand des Bildhauers Will Lammert für die Dauerausstellung abgegossen werden. Mit der Sammlung auf der Benefiz-Veranstaltung konnte für das 15 000 Euro teure Modell ein finanzieller Grundstock gelegt werden. (Von Judith Meisner)

Link: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12438609/61129/Benefiz-Ve…

Projekt Details

  • Datum 19. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2012

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