FM4.ORF.at – 1. Juni 2002 / Gastkommentar: 10 Jahre Auslandsdienst

01.06.2002

Projekt Beschreibung

10 Jahre Auslandsdienst von Andreas Maislinger Am 1. September 1992 hat der Tiroler Georg Mayer seinen Gedenkdienst im Museum Auschwitz-Birkenau angetreten. Bereits Ende der 70er Jahre bat ich Bundespräsident Rudolf Kirchschläger um Unterstützung für meinen „Zivildienst in Auschwitz“. Trotz persönlicher Sympathien konnte er meine Absicht nicht unterstützen. Österreich war „erstes Opfer des Nationalsozialismus“ und ein Österreicher hatte in Auschwitz „nichts zu sühnen“. Im Gespräch vom 16. Juli 1980 hatte ich mich auf das Vorbild Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste berufen. Nach dem Ende des Kommunismus hatte sich Anfang der 90er Jahre dieEinstellung gegenüber der NS-Vergangenheit geändert. Die Republik Österreich mußte dem Beispiel der jetzt demokratisch regierten Staaten Ostmitteleuropas folgen und auch eine Mitschuld am Holocaust eingestehen. Innenminister Franz Löschnak griff meine Anregung auf und ermöglichte 1991 durch den § 12b Zivildienstgesetz die Ableistung eines „Ersatzdienstes für den Zivildienst“ im Ausland. Vor zehn Jahren stand eindeutig der Gedenkdienst im Mittelpunkt. Bald kamen dieÖsterreichischen Friedensdienste hinzu. Jetzt entsendet die Mehrheit derTrägerorganisationen österreichische Zivildienstpflichtige in Sozialdienst-Projekte. Damit dehnte sich das Einsatzgebiet von Europa, Israel und Nordamerika auf die ganze Welt aus. Im Verein für Dienste im Ausland verteilen sich die 50 vomInnenministerium anerkannten Einsatzstellen auf 21 Gedenkdienst – , 27 Sozialdienst – und zwei Friedensdienststellen. Das anhaltende Interesse unserer weltweiten Partnerorganisationen und das intensive Engagement junger ÖsterreicherInnen bestätigt die Sinnhaftigkeit des vor zehn Jahren verwirklichten Projektes.

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2002

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