EU-Parlament: Initiative für Gedenktag an „Gerechte“, kathweb

12.03.2012

Projekt Beschreibung

kathweb, 12.03.2012
EU-Parlament: Initiative für Gedenktag an „Gerechte“
Initiative „Gariwo„, die auch von Magdi Cristiano Allam unterstützt wird, nennt bulgarisch-orthodoxen Metropolit Kiril von Plowdiw als Beispiel
Wien-Mailand (KAP) Das Gedenken an die „Gerechten der Völker“ steht im Mittelpunkt einer Initiative, die von einer breiten Allianz aus Politikern und Intellektuellen getragen wird. Diese bemühen sich um die Einführung eines Gedenktags für Menschen mit Zivilcourage, die in den Völkermorden des 20. Jahrhunderts (Shoah, Armeniergenozid, Ruanda, Srebrenica) geholfen haben. Unter den Unterstützern der Initiative unter dem Namen „GaRiWo“ („Gardens of Rightous Worldwide“) sind u.a. Wladyslaw Bartoszewski, Umberto Eco, Dario Fo, Daniel Goldhagen, Andreas Maislinger, Tadeusz Mazowiecki und Krzysztof Zanussi. Ziele sind die Errichtung von virtuellen „Gärten der Erinnerung“ – unter anderen in Sarajevo, Mailand und Sofia – sowie die Einführung eines Gedenktags am 6. März. Insbesondere italienische Europarlamentarier unterschiedlicher Parteien sind in dem Anliegen engagiert, berichtete die Stiftung „Pro Oriente“ am Montag. Wie „Pro Oriente“ erwähnt, ist einer der Erstunterzeichner der EU-Parlamentarier und frühere stellvertretende „Corriere“-Chefredakteur Magdi Cristiano Allam. Der aus Ägypten stammende Journalist war 2008 in der Osternacht von Papst Benedikt XVI. im Petersdom getauft worden. Der 59-Jährige muss unter Polizeischutz leben, weil Islamisten den Abfall vom Islam („Ridda“) als todeswürdiges Verbrechen betrachten. Als Datum für den Gedenktag schlagen die Initiatoren deshalb den 6. März vor, weil es sich um den Todestag von Moshe Bejshi handelt, der 1960 den „Garten der Gerechten“ in Yad Vashem in Jerusalem angelegt hat. Bejshi war ein „Schindler-Jude“, der durch den deutschböhmischen Industriellen Oscar Schindler gerettet wurde. Der „Corriere della Sera“ berichtete am Samstag über die Initiative. In dem „Corriere“-Bericht wird auch an die positive Rolle der bulgarisch-orthodoxen Kirche in der Shoah erinnert. Papst Johannes XXII., der im Krieg als Apostolischer Delegat und Titularerzbischof von Mesembria in Bulgarien auch für das Balkan-Land zuständig war, war mit orthodoxer Hilfe in der Judenrettung engagiert. Insbesondere Metropolit Kiril von Plowdiw spielte eine herausragende Rolle. „Gemeinsam mit Metropolit Stefan I. von Sofia, der dem Oberrabbiner der bulgarischen Hauptstadt in seinem Palais Asyl gewährt hatte, verfasste Metropolit Kiril einen Brief an Zar Boris I., der das Bündnis mit Hitlerdeutschland eingegangen war. In dem Brief hieß es u.a., Gott werde den Zaren wegen seines Verhaltens ‚gegenüber unseren jüdischen Brüdern‘ richten. Der deutsche Botschafter berichtete daraufhin nach Berlin, den Bulgaren fehle die ‚ideologische Klarheit‘ der Deutschen. Weil sie so lange mit Armeniern, Griechen und Zigeunern zusammengelebt hätten, würden die Bulgaren die ‚Fehler der Juden‘ nicht sehen, die zu ‚besonderen Maßnahmen‘ berechtigten. Die Haltung der orthodoxen Kirche bewirkte, dass aus dem eigentlichen Bulgarien keine Juden deportiert wurden. Allerdings galt das nicht für die von Bulgarien besetzten Gebiete wie Mazedonien und Westthrakien“, so „Pro Oriente“ Die Initiatoren des Gedenktages für die „Gerechten unter den Völkern“ verweisen laut „Corriere“ darauf, dass jene Menschen, die sich für jüdische Mitbürger einsetzten, in einer „Zeit der Mörder und der Wegschauer“ die Ehre Europas gerettet hätten. Die Taten der „Gerechten“ seien von „ungeheurem erzieherischen Wert“ für die Jugend von heute. Informationen: www.gariwo.eu Link: http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/45453.html

Projekt Details

  • Datum 13. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2012

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