Ernste Mahnung: Theresienstadt, Kleine Zeitung, 10.11.1994

10.11.1994

Projekt Beschreibung

Ernste Mahnung: Theresienstadt

Lehmden-Schüler zum Thema Holocaust. Interessante Ausstellung bei den Evangelischen.

von Franz Feller

Heute vor 56 Jahren brannten im „Deutschen Reich“ die Synagogen. Auch in Graz. Vor dem Hintergrund dieser „Reichskristallnacht“ gewinnt die Eröffnung der Ausstellung „Theresienstadt“ in der evangelischen Grazer Heilandskirche beklemmende Aktualität.

Das in Nordböhmen gelegene Durchgangslager „Theresien-stadt“ wurde in den Jahren 1939 bis 1945 zum Leidensort von 200.000 Häftlingen. Über 140.000 mit dem Davidstern stigmatisierte Menschen wurden von hier aus in die Vernichtungslager des Nazi-Regimes deportiert.

Die Ausstellung versteht sich synchron mit einem Vortragszyklus als Plädoyer gegen die Gewöhnung an Leid und Unrecht. 22 junge Künstler aus der Wiener Meisterschule des bekannten Malers Anton Lehmden haben sich in Theresienstadt aufgehalten; haben ihre Eindrücke zu Papier gebracht und in Objekten festgehalten. Eine Auswahl ist bis 30.November zu sehen.

„Die Erinnerung an die Opfer des Holocaust“, sagt Pfarrer Othmar Göhring, „muß im Zentrum des Christentums direkt neben dem Kreuz Jesu wachgehalten werden.“

Bernhard Schneider vom Verein „Projekt Gedenkdienst“ über die Motive der von ihm organisierten Ausstellung: „Sie soll an die Mitverantwortung erinnern und zur Versöhnung mit den Opfern beitragen.

Vom Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde in Graz, Otto Klein, wird diese Initiative begrüßt. Hinsichtlich der unrühmlichen jüngeren Geschichte unseres Landes registriert Klein ein wachsendes Bewußtsein: „Seit dem Bedenkjahr hat sich vor allem in den Schulen einiges positiv geändert.“

Heute 20:30 Uhr, Ausstellungseröffnung mit Anton Lehmden. Vorher, um 19:30 Uhr, spricht Johannes Paptiat Mots über „Die Rede von Gott angesichts der Leidensgeschichte der Welt“

Projekt Details

  • Datum 24. August 2016
  • Tags Pressearchiv 1994

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