Ein verlorenes Jahr?, LV-INFO, Dezember 1999

Dezember 1999

Projekt Beschreibung

Ein verlorenes Jahr ?

Jährlich stehen Tausende junger Österreicher vor der selben Situation: nach zwölf (oder mehr ?) Jahren der intensiven Vorbereitung aufs Leben in den kuriosesten Teilbereichen, nicht unwesentlich geprägt durch Schularbeitsstreß, Leistungsdruck und Prüfungsängste, möchte man den Kuli für immer aus der Hand legen, die verkümmerte Wirbelsäule durchstrecken und sich mit einem Schrei der Erlösung ins Leben verabschieden. Doch da folgt sogleich der Dämpfer: mindestens acht weitere Monate soll es noch dauern, bis man tatsächlich seiner eigenen Wege gehen kann, verlorene Monate für viele, oftmals eine Zeit, die durch ihre Monotonie die Schullaufbahn in der Erinnerung zum aufregend- spannenden Lebensabschnitt verklärt. Das dieses Jahr nach der Matura mitunter auch besser genützt werden könnte, ist vielen potentiellen Wehr- oder Zivildienern bislang verborgen geblieben. Dabei existiert bereits seit 1992 die Möglichkeit, der Pflicht am Vater Staat im Ausland nachzukommen – im Rahmen eines Gedenk-, Sozial- oder Friedensdienstes. Ersterer widmet sich der Aufarbeitung des Holocaust. Der Zivildienstpflichtige wird hierbei an Institutionen wie etwa die Shoah-Foundation in Los Angeles oder das Holocaust Memorial Centre in Montreal entsandt, die es sich zum Ziel gesetzt haben, das Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu pflegen und gegen das Vergessen und Verleugnen zu agieren. Sozialdienst ist vom Betätigungsfeld her mit dem herkömmlichen Zivildienst in Österreich am ehesten zu vergleichen, wenngleich er neben Tätigkeiten wie der Alten- (Prag) oder Behindertenbetreuung (Brüssel) auch mit exotischeren Aufgaben wie z.B. Bewässerungsprojekten in Kenia oder Arbeit mit Straßenkindern in Buenos Aires aufzuwarten hat. Beim Friedensdienst schließlich handelt es sich um Tätigkeiten zur Friedensherstellung bzw. -sicherung in ehemaligen Krisengebieten (z.B. Israel). Die Dauer des Auslandsdienstes beträgt 14 Monate, der Staat unterstützt jeden Auslandsdiener mit einem Betrag von ca. 140.000 ATS. Entsandt werden kann man ausschließlich über vom Staat anerkannte Trägerorganisationen, wie etwa den „Verein für Dienste im Ausland“. Interessierten, egal ob vor, nach oder direkt im Würgegriff der Matura, sei ein Besuch auf dessen Homepage – www.auslandsdienst.at – daher wärmstens empfohlen. Erzählt bekommen hat man bis zur Matura wahrlich schon genug – nun ist Zeit für den Sprung ins Leben.   Kontaktperson für Salzburg: Martin Hausmaninger Josepha Duscheck Straße A-5020 Salzburg Tel.: 0662/823402 Email:
Bernhard Weidinger

Projekt Details

  • Datum 25. September 2016
  • Tags Pressearchiv 1999

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