Ein „Sehr gut“ in Mandarin, NÖN, 15.08.2011

15.08.2011

Projekt Beschreibung

NÖN, 15.08.2011
Ein „Sehr gut“ in Mandarin
SPRACHTALENT / Der Mödlinger Thomas Plesser hat in China einen internationalen Sprachwettbewerb in Mandarin gewonnen.
VON EVA HINTERER „Man muss sich das ein bisschen vorstellen wie bei uns eine Casting-Show“, beschreibt Thomas Plesser den Wettbewerb in China. Ein Monat lang wurde in Nanjing, das rund 300 Kilometer südöstlich von Schanghai liegt, das China-Wissen der 120 Teilnehmer aus aller Welt abgetestet. „Wir mussten Tänze einstudieren, wofür es eigene Regisseure gab, Reden auf Mandarin halten, es gab schriftliche Tests und auch das geschichtliche Wissen wurde geprüft“, erklärt Plesser den Bewerb. Begonnen hat die Sache mit China, als Plesser 14 war. Damals zog ein chinesischer Austauschschüler für einige Monate ins elterliche Heim in Mödling. Die Neugierde war geweckt. Schon ein Jahr später verabschiedete sich Thomas Plesser auf ein Jahr nach China, lebte bei einer Familie, besuchte eine chinesische Schule. „Meine Familie habe ich ein Jahr nicht gesehen“, sagt er über die Zeit. Der Lohn für die Mühe: Mandarin, fließend in Wort, fast perfekt in Schrift. Rund 850 Millionen Menschen sprechen die Sprache, die korrekt als „Hochchinesisch“ bezeichnet wird, als Muttersprache. Seit damals habe ihn das Land nicht mehr losgelassen, sagt der mittlerweile 21-Jährige. Die Menschen seien freundlich und kommunikativ, die rasante Entwicklung des Landes faszinierend. Zivildienst im Haus des  „guten Deutschen“ Über den Auslandsdienst des Innenministeriums organisierte sich Thomas Plesser schließlich einen weiteren Langzeit-Aufenthalt im Reich der Mitte. Im Rahmen eines „Friedensdienstes“ leistete er im Jahr 2008/2009 seinen Zivildienst in Nanjing ab. Situiert war Plessl damals im „John Rabe Haus“. Der deutsche Kaufmann und Siemens-Manager John Rabe hatte im Jahr 1937 die einheimische Bevölkerung vor den einfallenden Japanern beschützt. Die Chinesen nennen ihn seither den „guten Deutschen von Nanjing“, für die US-Amerikaner ist er der „Oskar Schindler Chinas“. Rabe richtete eine Schutzzone um Nanjing ein und rettete so rund 200.000 Chinesen das Leben. Im Rahmen seines Friedensdienstes im Rabe-Haus pflegte Plesser das Archiv und führte auch Interviews mit Zeitzeugen. Derzeit hält sich Thomas Plesser noch in China auf. Zwei Wochen hat er nach Abschluss des Wettbewerbes noch angehängt. Der Sieg bringt dem Wirtschafts- und Sinologie-Studenten ein Stipendium für ein Master- oder Doktoratsstudium in China. „Drei bis vier Jahre inklusive Flüge, Wohnung und Taschengeld“, freut sich Plesser, der jetzt ein paar Jahre Zeit hat sich zu überlegen, ob er den Preis annehmen will. Mit den meisten der 120 Kollegen aus dem Wettbewerb hat er übrigens englisch gesprochen, „mit den Leuten aus dem asiatischen Raum aber eher Mandarin“. Veranstaltet wurde der Bewerb von der Regierung in Zusammenarbeit mit einem chinesischen TV-Sender. Nach dem Ausscheidungsprinzip blieben nach dem ersten Durchgang 60 von 120 Teilnehmern übrig, dann 12, nach dem dritten Durchgang sechs bis Plesser schließlich als Sieger übrig blieb. Die berufliche Zukunft wird ihn viellecht wieder zurück ins Reich der Mitte führen. Aber mit 21 hat der Mödlinger ja noch Zeit … Link: http://www.noen.at/news/chronik/Ein-Sehr-gut-in-Mandarin;art151,342504

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2011

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