Diener im Zeichen der Geschichte, Kleine Zeitung, 02.09.2011

02.09.2011

Projekt Beschreibung

Kleine Zeitung, 02.09.2011

Kärntner des Tages

Diener im Zeichen der Geschichte

Der 19-jährige Valentin Weber baute in Slowenien Einsatzstelle für Auslandsdiener auf. Jetzt studiert der Klagenfurter in Frankreich.

Frankreich ist für Valentin Weber nicht unbekannt: Als Schüler und Gedenkdiener war er in Paris und jetzt studiert der 19-Jährige in Nancy Foto © KK   Frankreich ist für Valentin Weber nicht unbekannt: Als Schüler und Gedenkdiener war er in Paris und jetzt studiert der 19-Jährige in Nancy
Im Museum für Zeitgeschichte in Ljubljana hat der 19-Jährige als erster österreichischer Gedenkdiener Pionierarbeit geleistet. Doch die slowenische Hauptstadt ist Valentin Weber auch schon vor dem Dienstantritt keine Unbekannte gewesen. „Ich bin Kärntner Slowene und habe in Ljubljana vier Jahre lang die Schule besucht. Deshalb habe ich mich entschlossen, mit dem Laibacher Museum eine neue Einsatzstelle für österreichische Auslandsdiener aufzubauen, die erste überhaupt in Slowenien“, sagt Weber, der gern Musik macht und sowohl klassische als auch E-Gitarre spielt.
Nach der Anerkennung der neuen Einsatzstelle durch das österreichische Innenministerium hat seine Arbeit als Gedenkdiener begonnen: Führungen durch das Museum, Mitarbeit in der Bibliothek sowie das erklärte Lieblingsprojekt „Meine Geschichte“: „Ich konnte zahlreiche Zeitzeugen in Kärnten interviewen, die während des 2. Weltkrieges die Deportierung von Kärntner Slowenen miterlebt hatten.“

Nach Paris übersiedelt

Nach sieben Monaten ist Weber nach Paris übersiedelt. Da er dort bereits 2008 ein Semester lang Austauschschüler war, sind ihm auch hier Stadt und Menschen vertraut gewesen. Seine französische Einsatzstelle, die „Alliance Israélite Universelle“, beherbergt eine der wichtigsten hebräischen Bibliotheken Europas. Und da durfte der Klagenfurter mitarbeitete. Die zwei ausschlaggebenden Gründe, warum er sich für den Auslandsdienst und gegen Bundesheer und Zivildienst entschieden habe? „Erstens meine Ablehnung von sinnlosem Waffengebrauch. Zweitens die einmalige Chance sich via Gedenkdienst intensiv mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinanderzusetzen und damit auch ein wenig das kontroversielle Bild Österreichs im Ausland zurechtzurücken“, so Weber. Und auch die Zukunft des jungen Klagenfurters steht schon fest: Gerade ist Weber wieder nach Frankreich zurückgekehrt und hat bereits diese Woche sein dreisprachiges Studium „Politische Wissenschaften“ in Nancy begonnen.

Projekt Details

  • Datum 16. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2011

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