Die Zeit ist reif!, Braunauer Rundschau

17.02.2000

Projekt Beschreibung

Braunauer Rundschau 17. Februar 2000

Die Zeit ist reif!

BRAUNAU. Erfreut zeigt sich Dr. Andreas Maislinger, der wissenschaftliche Leiter der Braunauer Zeitgeschichte-Tage vom Verhalten und der „Lernfähigkeit“ der FPÖ. Sie unterstützt, wie berichtet, ebenfalls die Initiative „Braunau setzt ein Zeichen“. Im RUNDSCHAU-Interview spricht sich Maislinger dafür aus, in Hitlers Geburtshaus ein „Haus der internationalen Verantwortung“ einzurichten.

3 Fragen an

Dr. Andreas Maislinger

Sie haben durch Ihre wissenschaftliche Arbeit weltweit Kontakte. Wie ist das internationale Echo auf die Initiative „Braunau setzt ein Zeichen“? Die Gedenkdiener in den Holocaust-Gedenkstätten in den USA berichten mir, dass die Braunauer Initiative positiv aufgenommen wird, jedoch Fragen nach der Beteiligung der Haider-FPÖ gestellt werden. Obwohl die Einsatzstellen der Gedenkdiener teilweise äußerst kritisch gegenüber der FPÖ eingestellt sind, wurden wir wegen unserer Unterstützung der Initiative nicht kritisiert. Einige Wissenschaftler, etwa Dr. Gottfried Wagner, den die Braunauer von der Tagung „Belastete Namen“ kennen, unterstützen uns sogar durch eine schriftliche Erklärung. Sind Sie eigentlich überrascht, dass sich alle Braunauer Parteien spontan zu dieser Aktion zusammengeschlossen haben? Nein! Ich habe immer an die Lernfähigkeit der FPÖ geglaubt! Deshalb habe ich mich auch seit 1993 immer wieder für ein Gespräch mit der FPÖ und eine Beteiligung an den Braunauer Zeitgeschichte-Tagen eingesetzt. Leider blieben meine diesbezüglichen Briefe ohne Antwort. Trotzdem habe ich immer daran geglaubt, dass ein Zeitpunkt kommen wird, an dem auch die FPÖ Braunau mitarbeiten wird. Jetzt ist dieser Zeitpunkt gekommen. Ich freue mich darüber! Was schlagen Sie für einen genauen Verwendungszweck für das Hitler-Haus vor? Es sollte ein „Haus der internationalen Verantwortung“ eingerichtet werden, das sich nicht nur mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit beschäftigt, sondern neben den Gedenk-, auch Sozial- und Friedensdienst-Projekte weltweit unterstützt und koordiniert. Im Geburtshaus von Adolf Hitler sollen weltweit Menschen und Ideen unterstützt werden, die der Nationalsozialismus vernichten wollte und teilweise auch vernichtet hat. „Haus der internationalen Verantwortung“ sollte jedoch nicht bedeuten, dass wir uns nur mit Politik im engeren Sinn beschäftigen. Ich werde daher vorschlagen, dass auch der neue Verein „Open Hearts Austria“ dort untergebracht werden sollte.

Projekt Details

  • Datum 2. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2000

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