Die Weltzentrale in der Kleinstadt, Tips Braunau

20.05.2009

Projekt Beschreibung

Nachgefragt: Andreas Maislinger über den Auslandsdienst und das Außergewöhnliche an Braunau Die Weltzentrale in der Kleinstadt
BRAUNAU. Über 1.000 Jugendliche haben diese Möglichkeit genutzt: Der Österreichische Auslandsdienst vermittelt seit 1992 Zivildienstpflichtige in die Welt. Noch heuer soll das von Braunau aus geschehen. Die „Tips“ sprach mit Andreas Maislinger, dem Gründer des Vereins „Österreichischer Auslandsdienst“ mit Sitz in Innsbruck. Tips: Derzeitiger Vereinssitz ist Innsbruck, Bundeshauptstadt ist Wien. Warum wird Braunau die Weltzentrale des Auslandsdienstes? Maislinger: Weil ich Braunau mag. Das ist von mir ein persönlicher Tick. Und weil wir in Braunau willkommen sind. Natürlich spielt das Umfeld eine große Rolle: die Braunauer Zeitgeschichte-Tage, der Verein für Zeitgeschichte, der engagierte Bürgermeister und auch der weltoffene Landeshauptmann. Jetzt ist hinzugekommen, dass auch der Bezirk eine Rolle spielt, dass Braunau dezidiert Friedensbezirk sein will. Braunau liegt geografisch gut und mir gefällt diese Stufe: Kleinstadt, Bezirk, Land, Nachbarland, Europa und die ganze Welt. Wir können auf sechs Ebenen arbeiten. Tips: Der weltweit tätige Auslandsdienst und das Umfeld in der kleinen Stadt Braunau passen also zusammen? Maislinger: In unserem Siegel steht „Memoria – Misericordia – Pax“ [Anmerkung: auf deutsch in etwa „Erinnerung – Mitgefühl – Friede“]. Alle drei Bereiche haben wir im Bezirk Braunau gut vertreten. Wo findet man das so? Das ist auch das Außergewöhnliche an der Stadt Braunau: Eine Kleinstadt, die in diesen drei Bereichen so aktiv ist. Die ersten zwei waren schon lange gegeben. „Memoria“ mit dem Mahnstein, der vor 20 Jahren aufgestellt wurde. „Misericordia“, das Mitgefühl mit Menschen in anderen Ländern, mit der Initiative Eine Welt. Es ist faszinierend, dass der erste unabhängige Weltladen Österreichs in Braunau eröffnet wurde; vor 31 Jahren. Und jetzt ist dezidiert „Pax“, der Friede, dazugekommen. Wir runden das mit unserem Büro ab, weil wir dem Ganzen die Weltperspektive geben. Wir arbeiten ja tatsächlich in der ganzen Welt. Wir sind beispielsweise in Los Angeles, Paris, Shanghai. Das sind alles Millionenstädte. Da hat es einen besonderen Reiz, dass die Weltzentrale in einer Kleinstadt liegt. Tips: Wie sieht der Zeitplan aus, wann wird das Büro eröffnet? Maislinger: Bei der Mahnsteinfeier [Anmerkung: am 8. Mai in Braunau] haben wir den formellen Beschluss gefasst, dass wir das machen wollen. Ich habe jetzt den klaren Auftrag, ein Büro zu suchen. Und das mache ich jetzt. Wir hoffen, das Büro ab 1. Juli mieten zu können, dann richten wir im Sommer alles ein und werden rund um die Zeitgeschichte-Tage Ende September, Anfang Oktober unsere Weltzentrale in Braunau eröffnen. Tips: Wie darf man sich diese Weltzentrale vorstellen? Maislinger: Wir wollen auf jeden Fall ein Büro in der Altstadt. Geplant sind fünf Mitarbeiter. Ein Sekretär, zwei Zivildiener aus der Region, zwei vom Europäischen Freiwilligendienst. Das heißt, junge Leute von auswärts kommen nach Braunau. Zivi im Ausland BRAUNAU. Der Auslandsdienst ist eine Alternative zum Zivildienst im Inland, wird vom Bundesministerium für Inneres anerkannt und dauert zwölf Monate. Der Verein „Österreichischer Auslandsdienst“ ermöglicht die drei Dienste Gedenkdienst, Sozialdienst und Friedensdienst. Österreichs erster Auslandsdiener begann am 1. September 1992 im Museum Auschwitz-Birkenau seine Arbeit. Heute leisten pro Jahr etwa 40 Zivildienstpfli einen Auslandsdienst.

Projekt Details

  • Datum 14. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2009

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

nach oben