Die Auslandsnachfrage nach Zivildienst in Gedenkstätten ist ungebrochen, Der Standard

03.05.2000

Projekt Beschreibung

Der Online Standard 3. Mai 2000

Die Auslandsnachfrage nach Zivildienst in Gedenkstätten ist ungebrochen


„Hitler-Geburtshaus“ in Braunau soll Zentrale für „Auslands-Dienste“ werden

      Linz – Österreichische Zivildiener, die im Ausland in Holocaust-Gedenkstätten oder in Sozialeinrichtungen Dienst machen, sind nach wie vor sehr gefragt – auch in Ländern, die sich an den EU-Sanktionen beteiligen. „Bei uns ist die Nachfrage so als würde es keine Boykottmaßnahmen geben“, erklärt der Gründer und Obmann des „Vereins für Dienste im Ausland“, der aus Oberösterreich stammende und in Innsbruck tätige Historiker Andreas Maislinger. Der genannte Verein hat derzeit 35 österreichische Zivildiener im Auslandseinsatz, 22 davon als sogenannte „Gedenkdiener“. Sie sind vor allem in Holocaust-Gedenkstätten eingesetzt, sie arbeiten dort entweder in der Dokumentation oder auch im Bereich der Information, beispielsweise in Schulen. Die weiteren Zivildiener, die im Rahmen des Vereins Auslandsdienste absolvieren, sind im Sozialbereich oder im Friedensdienst tätig. Interesse Die Anfragen um Zivildiener für den Holocaust-Gedenkdienst kamen in jüngster Zeit sowohl aus den USA als auch aus Frankreich, Italien und Griechenland. Keine Befürchtungen, dass sich in diesem Bereich die Sparmaßnahmen negativ auswirken könnten, hat Maislinger: „Angesichts der Bedeutung, die dem Gedenkdienst und dem Friedens- und Sozialdienst im Ausland beigemessen wird, ist es für mich völlig unvorstellbar, dass es hier zu einer Reduzierung kommt, im Gegenteil, gerade durch den Gedenkdienst unserer Zivildiener in den Holocaust-Stätten wird ein wichtiger Beitrag zu einem positiven internationalen Image Österreichs geleistet“. In diesem Zusammenhang gibt es jetzt ein neues Konzept für die künftige Verwendung des Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau, in dem sich derzeit die Lebenshilfe befindet, die aber ein anderes Objekt sucht. Das neue Konzept sieht laut Maislinger vor, dass in dem Haus die Zentrale des „Vereins für Dienste im Ausland“ mit einem umfangreichen Dokumentations- und Informationsangebot untergebracht wird, und zwar auf drei Etagen: Die „Vergangenheit“ mit dem Holocaust-Gedenkdienst und den „Braunauer Zeitgeschichte-Tagen“ samt einer Dokumentation „Hitler und Braunau“ im Erdgeschoss. Im ersten Stock der Bereich „Sozialdienst“ mit dem Informationsschwerpunkt „Verantwortung für die Gegenwart“ – Maislinger: „Bis hin zum Wirken von Mutter Teresa“ – und im zweiten Stock der „Friedensdienst“ mit Fragen der „Zukunftsgestaltung“ im Mittelpunkt.

Projekt Details

  • Datum 2. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2000

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