Der Zivildienst im Ausland: Willi sieht die Welt mit anderen Augen, Tiroler Tageszeitung

29.03.2008

Projekt Beschreibung

Der Zivildienst im Ausland: Willi sieht die Welt mit anderen Augen
Willi Kozanek aus Stans führte sein Auslandszivildienst über Buenos Aires nach Prag. Nachdem er mit Kindern gearbeitet hat, betreut er nun alte Menschen. Stans, Prag – Die Tiroler Natur fehle ihm neben der Familie besonders, und das, obwohl ihm die früher gar nicht so viel bedeutet habe. Doch die Perspektiven ändern sich. Vor allem wenn man, wie der 21-jährige Willi Kozanek aus Stans, die letzten Monate fern der Heimat verbracht hat. 13 Millionen Einwohner Über drei Jahre habe er sich auf seinen Auslandsdienst vorbereitet. Gewissenhaft. Sonst werde man gar nicht genommen. Und so führte ihn sein Auslandsjahr für acht Monate nach Argentinien, seit Anfang April lebt und arbeitet Willi in Prag. „Mit 17 stand ich vor der Wahl Wehr- oder Zivildienst. Dann hörte ich von der Möglichkeit, den Auslandsdienst zu machen und habe mich informiert“, schildert er. Dabei galt es für den Studenten, Spanisch zu lernen und möglichst viele Informationen über Land und Leute zu sammeln. Denn immerhin musste im Tageszentrum Caina in Buenos Aires mit bis zu 60 Kindern täglich arbeiten. In der sozialen Einrichtung werden mittellose Kinder zumindest tagsüber betreut. „Am Anfang war es schon ein Schock. Da kam ich mir auch etwas verloren vor. Vom kleinen Stans in die 13-Millionen Einwohner Stadt Buenos Aires . Aber nach einem Monat ging es dann besser und die Arbeit mit den Kindern war wirklich toll. Auch wenn es mir schon sehr schwer fiel mitanzusehen, wie kaputt einige Kinder durch Drogen waren“, erzählt Willi. Es sei in dieser Zeit aber auch gelungen, etliche Jugendliche von der Straße wegzubekommen. „Das war sicher die wichtigste und interessanteste Zeit in meinem bisherigen Leben.“ In der Freizeit besuchte er unter anderem Bolivien und Uruguay – und ein Fußballspiel. „Das war ein Abenteuer und wirklich beeindruckend. Das ist mit einem heimischen Stadion nicht zu vergleichen.“ Seit einigen Wochen arbeitet der 21-jährige nun in der Föderation der jüdischen Gemeinde Prag. „Es gefällt mir sehr, dass ich beides erleben durfte. Die Arbeit mit Kindern sowie die Arbeit mit alten Menschen.“ Vormittags fährt Willi jetzt Essen aus und bringt es den älteren Mitgliedern. Nachmittags besucht er sie in ihren Wohnungen, macht Einkäufe oder einen Spaziergang. „Bei schlechtem Wetter reden wir einfach nur. Diese Menschen sind sehr dankbar, dass sie von jungen ausländischen Menschen umgeben sind. Dadurch kommt etwas frischer Wind in den Alltag“. „Ich habe meine Entscheidung, den Auslandsdienst zu machen, nie bereut“, erzählt Willi. Nach seiner Rückkehr im August will er jedenfalls weiterstudieren.

Projekt Details

  • Datum 7. Februar 2016
  • Tags Pressearchiv 2008
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