Dem Staat dienen, Opium fürs Volk, 24.05.2007

24.05.2007

Projekt Beschreibung

Opium fürs Volk 24. Mai 2007

Dem Staat dienen

  Spätestens mit dem achtzehnten Geburtstag trudelt bei einem Großteil von euch der Brief zur Musterung ein und für die meisten stellt sich die Frage Heer oder Zivildienst. Ich möchte hier auf eine dritte, sehr interessante, aber auch nicht leichte Möglichkeit hinweisen: Auslandsdienst.

  6 Monate Heer, 8 Monate Zivildienst oder 12 Monate im Ausland? Wer sich gegen den Dienst mit der Waffe entscheidet hat die Möglichkeit sich beim Bundesministerium für Inneres für einen Auslandsdienst zu melden. Hierfür ist jedoch wesentlich mehr Engagement notwendig als nur der Wille eine andere Kultur kennen zu lernen. Das Bundesministerium gibt dir ein Jahr Zeit eine Trägerorganisation, also einen Verein, der dich bei deinem Weg ins Ausland unterstützt, zu finden. Diese Organisationen sind über ganz Österreich verteilt und bieten grundsätzlich drei verschiedene Arten des Auslandsdiensts an: Gedenkdienst, Friedensdienst und Sozialdienst.

  Gedenkdienst bietet die Chance in Museen, Archiven oder Netzwerken zu arbeiten, welche sich gegen das Vergessen der Verbrechen des dritten Reiches stützten und aktiv gegen gegenwärtigen Rassismus, Faschismus und Diskriminierung ankämpfen. Die Arbeit kann hier von Archivarbeit bis zur Aufklärung von Schulklassen sehr vielseitig sein. Die zweite Alternative ist der Friedensdienst. Man wirkt hier an (ehemaligen) Kriegsschauplätzen und Krisenherden, wie zum Beispiel Hiroshima, um das Bewusstsein über die Wichtigkeit des Friedens zu schärfen.

  Die derzeit beliebteste Möglichkeit ist der Sozialdienst, hier leistet man ein Jahr eine Arbeit welche der, des Zivildienstes in Österreich am ähnlichsten ist. Sozialdienst umfasst die Mithilfe bei der Arbeit mit Straßenkindern in Südamerika g enau so wie die Arbeit in medizinischen Einrichtungen in Afrika. Die Zahl der Auslandsdiener aus Tirol ist derzeit im Vergleich zu „normalen“ Zivildienern oder zum Anteil des Bundesheeres extrem niedrig. Derzeit ergreifen diese Chance jedes Jahr nur eine Handvoll junge Menschen aus Tirol. Die sind aber bei der Ankunft in Österreich überwältigt von den Eindrücken und Erfahrungen, welche sie über ein Jahr hinweg in Pakistan, Costa Rica, Peru, Groß Britannien oder sonst wo auf der Welt gesammelt haben. Es gibt einen weiteren großen Unterschied zum Zivildienst oder Bundesheer. Wenn ihr euch für so einen Dienst entscheidet leistet ihr ihn nicht ab, sondern ihr „lebt“ ihn. Es gehört nämlich eine ganze Portion Interesse und Eigeninitiative dazu. Seien es beispielsweise die monatlichen Treffen mit der Gruppe aller Anwärter eines Bundeslandes (immer am letzten Dienstag im Monat in Innsbruck – Informationen unter www.auslandsdienst.at), die Übernahme einer Aufgabe im Verein oder die inhaltliche wie auch sprachliche Vorbereitung auf die Einsatzstelle. Aufgaben, die man aber gerne übernimmt, wenn man hinter einer Sache steht und an die Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit solcher Aufgaben glaubt.

Webtipp: www.auslandsdienst.at

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Projekt Details

  • Datum 19. Juni 2016
  • Tags Pressearchiv 2007

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