CHICOS DE LA CALLE, Augustin, November 1999

November 1999

Projekt Beschreibung

Zivildienst mit Straßenkindern in Buenos Aires

CHICOS DE LA CALLE

Zivildienstpflichtige, die sich nach Möglichkeiten eines Gedenk-, Sozial- oder Friedensdienstes im Ausland umschauen, können sich an den „Verein für Dienste im Ausland“ wenden – eine vom Innenministerium offiziell anerkannte Zivildienst-Trägerorganisation. Derzeit unterhält der Verein sieben Sozialdienststellen – in Afrika, Lateinamerika und Europa. Im Folgenden ein Bericht von Andreas Auer, der eben seinen österreichischen Zivildienst in Buenos Aires ableistet. Bei den Straßenkindern der argentinischen Hauptstadt. Die Zahl der Straßenkinder, die im Stadtzentrum leben, wird auf etwa 5000 geschätzt. Ungefähr 900 von ihnen werden von der CAINA – Centro de Atencion Integral a la Ninez y Adolescencia, einem Tagesheim für Straßenkinder und – Jugendliche, betreut. Durch den „Verein für Dienste im Ausland“ wurde es mir ermöglicht, 14 Monate in dieser Organisation mitzuarbeiten. Vor sieben Jahren gegründet, hat sich inzwischen dieser Zufluchtsort sehr bewärt und wird von den Kindern gerne frequentiert. Ein Arbeitsteam von rund 20 professionellen MitarbeiterInnen ist um das Wohlbefinden der Kinder bemüht. Beim erstmaligen Besuch müssen die Kinder einen Fragebogen ausfüllen. Auf diese Weise werden die Gründe für das Leben auf der Straße, die familiäre Situation und das Vorliegen von Straftaten, Drogenproblemen, etc. ermittelt. In weiterer Folge werden Versuche unternommen, die Straßenkinder wieder in ihre Familie zu integrieren. Viele dieser Versuche scheitern, aber den Kindern bleiben zumindest die Hilfeleistungen, die die CAINA anbietet. In diversen Werkstätten beginnen nach dem Mittagessen täglich wechselnde Kurse (Keramik, Journalismus, Zirkus etc.). So versucht man, möglichst viele Kinder dazu zu bringen, sich kreativ zu betätigen. Um auch die Öffentlichkeit auf die Probleme der Straßenkinder aufmerksam zu machen, erarbeiten die Kinder gemeinsam mit den Betreuern seit zwei Jahren eine Zeitschrift „Chicos de la calle“, die inzwischen auch in einigen Buchhandlungen verkauft wird. Außerdem findet 2-3 Mal im Jahr in einem Kulturzentrum eine Ausstellung statt, in der die Kunstwerke der Straßenkinder zum Verkauf angeboten werden. Mit den Erlösen wird Material für die Werkstätten gekauft. Alles in allem handelt es sich um eine sehr wertvolle Einrichtung, durch die das Leid der Kinder gemildert wird. Ich bin froh, meinen verpflichtenden Zivildienst auf diese Weise absolvieren zu können. Man lernt hier nicht nur viele neue Leute kennen, sondern sammelt auch viele neue Erfahrungen.

Projekt Details

  • Datum 25. September 2016
  • Tags Pressearchiv 1999

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