Auslandsgedenkdienst in Gefahr, OE1

12.03.2012

Projekt Beschreibung

OE1, 12.03.2012

Auslandsgedenkdienst in Gefahr

Zuschüsse werden gekürzt

Der Auslandsgedenkdienst ist eine Alternative zu Militär- und Zivildienst: über 100 junge Männer arbeiten jedes Jahr in Auschwitz, Theresienstadt und Yad Vashem. Der Verein Gedenkdienst fürchtet, dass sich durch die Kürzung des Zuschusses zu den Lebenshaltungskosten keine Freiwilligen mehr melden werden. Politische Unterstützung gibt es von den Grünen.

Für Österreichs Image bedeutend

Im Parlament findet heute die Generalversammlung der österreichischen Freunde von Yad Vashem statt, samt Bundeskanzler, Vizekanzler und Nationalratspräsidentin. Die Holocaust-Gedenkstätte in Israel zählt zu den bekanntesten Orten, an denen junge Männer aus Österreich ihren Zivil-Ersatzdienst leisten. Im Archiv zum Beispiel, wenn neu aufgetauchtes Material aus der NS-Zeit gesichtet wird, oder beim Empfang österreichischer Delegationen, sagt Adalbert Wagner vom Verein Gedenkdienst, einer der Trägerorganisationen für diese Art Auslandsdienstes. Politiker, die eine Dienstreise nach Israel unternehmen, würden auch die Gedenkstätte Yad Vashem besuchen. Das würde auch in den Medien berichtet. Das zeige die Bedeutung dieser Art des Ersatz-Zivildienstes für das Image Österreichs im Ausland, so Wagner.

Nur mehr 560 Euro im Monat

Anspruch auf Bezahlung gibt es dabei keine – aber über das Innenministerium wird seit vielen Jahren ein Teil der Lebenshaltungskosten, etwa für Miete und Essen, ersetzt. Im konkreten Fall Yad Vashem gab es laut Wagner früher 750 Euro pro Monat, künftig sollen es nur mehr 560 Euro sein. Damit würden sich jene, die der Imagekorrektur Österreichs dienen, freiwillig unter die Armutsgrenze begeben.

Appell der Grünen

Die Grüne Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill sagt, die Kürzungen seien politisch nicht nachvollziehbar. Sie richtet die Frage an die Innenministerin, warum der Dienst so radikal gekürzt werde, und warum das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus so wenig wert sei. Die Kürzungen sollten noch einmal überdacht werden, fordert auch der Obmann des Gedenkdienst-Vereines.

Link: http://oe1.orf.at/artikel/300097

Projekt Details

  • Datum 13. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2012

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